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Wedel-Schulauer Tageblatt

22. August 2017 | 13:19 Uhr

Kohlemeiler: Kein Grund zur Sorge?

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Emission und Ertüchtigung: Das sagen LLUR und Vattenfall

Laufzeitverlängerung für den alten Steinkohlemeiler an Wedels Elbufer mittels Ertüchtigung für 84 Millionen Euro: Im Bauausschuss erläuterten Vertreter der Kontrollbehörde, das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR), sowie des Betreibers Vattenfall, was das bedeutet. Auch und vor allem angesichts andauernder Befürchtungen und Querelen hinsichtlich Lärm und Schadstoffemissionen der Anlage aus den 1960er Jahren. Die brachte insbesondere SPD-Ratsherr Wolfgang Rüdiger in Form eines Fragenkatalogs auf den Tisch. Antwort-Tenor von Vattenfall und den Behörden-Vertretern: Alles ok, wir kümmern uns, kein Grund zur Beunruhigung.

Rüdiger jedoch insistierte, etwa beim Thema Quecksilber, wo unterschiedliche Werte kommuniziert und Berechnungen nicht vorgelegt worden seien. Die Messwerte seien an den Anwalt der Bürgerinitiative aus Anwohnern und Kraftwerkskritikern weitergegeben worden, so LLUR-Mitarbeiter Sven Helmig. Er verdeutlichte zudem: „Quecksilber ist aus Behördensicht kein Thema. Die Anlage hält die gesetzlich vorgeschriebenen Werte ein.“ Auf Nachfrage von Gudrun Jungblut (Grüne) hieß es zudem: Das Schwermetall werde nur bei der Verbrennung, nicht aber bei Lagerung der Kohle auf der offenen Halde und der Entladung freigesetzt.


Anordnung zur Lärmminderung


Stichwort Entladung: Hier habe es laut Karsten Fels vom LLUR aufgrund einer einer deutlichen Überschreitung der Tagesrichtwerte 2014 um vier Dezibel (dBA) eine behördliche Anordnung zur Lärmminderung gegeben, unter anderem durch Modifizierung des Kohlenbagger-Auslegers. Die erfolgreiche Umsetzung sei Mitte 2015 von der Behörde bestätigt worden.

Ferner habe es bei den Nachtwerten mit sieben dBA Überschreitung „massive Probleme“ gegeben, konstatierte Fels. Ein 16 Maßnahmen umfassendes Lärmminderungskonzept habe sich als wirksam erwiesen. Eine Verifizierungsmessung im November 2015 habe lediglich nicht an einem von drei Messpunkten eine Überschreitung von einem dBA ergeben. Der Tüv habe bei einer zweiten Messung im März 2016 keine Überschreitungen mehr feststellen können. Dieses Ergebnis werde nun noch einmal überprüft, so Fels, der zudem auf weitere geplante Lärmminderungsmaßnahmen verwies. Der LLUR-Mann führte zudem vier Beispiele von Lärmbeschwerden an, die zurückgezogen oder aus Behördensicht als ungerechtfertigt kategorisiert wurden. Rüdiger dagegen monierte, dass es weiter Beschwerden gebe und an maßgeblichen Punkten keine Messungen in Absprache mit den Anwohnern durchgeführt würden.


Ausstoß ist ungefährlicher Gips


Auf die Frage von Ausschusschef Thomas Grabau (Grüne), was es mit dem wiederkehrenden Partikelausstoß auf sich habe und ob eine Gefahr davon ausgehe, antwortete Vattenfall-Vertreter Markus Wonka: Es handle sich um Gips, der an der rauen Schornsteininnenfläche anhafte und bei Betriebsänderungen ausgestoßen werde. Es gehe keinerlei Gefährdung, lediglich eine Belästigung durch den Ausstoß aus, so Sven Helmig vom LLUR. Durch Reinigung und Auskleidung der Schlote soll auch das ab 2017der Vergangenheit angehören, ergänzte Wonka.

Rüdiger brachte weiter die Frage nach der Genehmigungspflicht der Ertüchtigungsmaßnahmen, die Ende Juni beginnen sollen, auf den Tisch. Man werde den Prozess beobachte und begleiten, so Helmig. Es handle sich jedoch größtenteils um Reparaturen und Instandsetzungsmaßnahmen, die nicht genehmigungs- oder anzeigepflichtig seien. Auch von Vattenfallseite hieß es, man gehe nicht davon aus, dass man in Änderungsbereiche komme, die ein Genehmigungsverfahren erfordern würden.

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erstellt am 16.Apr.2016 | 16:00 Uhr

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