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Wedel-Schulauer Tageblatt

20. August 2017 | 03:07 Uhr

Wedel : Kleiderspenden lagern im Bunker

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Ehemaliges Hilfskrankenhaus wird zu einem Hauptlager für Hilfsgüter zu Gunsten von Flüchtlingen im Raum Hamburg.

Wedel | Zirka 1200 Flüchtlinge sind derzeit in den Hamburger Messehallen untergebracht. Gleichzeitig hat sich das Veranstaltungsgelände am Rande der Neustadt zu einem Fixpunkt für die ehrenamtliche Unterstützung der Neuankömmlinge entwickelt. Ein stetiger Strom von gespendeten Kleidern und Hygieneartikeln wird angeliefert. Unermüdlich sortieren und verpacken freiwillige Helfer die Gegenstände. Die Hilfsbereitschaft ist mittlerwqeile so groß, dass kaum noch Platz vorhanden ist, um die Kleiderspenden einzulagern. Die Lösung für dieses logistische Problem liegt außerhalb der Stadtgrenzen – der alte Wedeler Bunker unter dem Johann-Rist-Gymnasium wird derzeit zum größten Zwischenlager für gespendete Kleidung aus den Messehallen.

Initiator ist der Unternehmer Rene Grassau, der 5000 Quadratmeter im Bunker von der Stadt angemietet hat. Eigentlich vermietet er die Flächen als Lagerraum weiter. Seit einer guten Woche packt Grassau jedoch selbst in den Messehallen mit an. Als klar wurde, dass ein Hauptlager für die gesammelten Spendengüter gebraucht wird, stellte er seine freien Kapazitäten im Wedeler Untergrund zur Verfügung. „Es gibt momentan keine bessere Lösung“, betont Grassau im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Helfer vor Ort hätten verzweifelt nach Lagerkapazitäten gesucht.

500 Euro-Paletten wurden daraufhin mit Kartons voll sortierter Kleiderspenden beladen. Grassau und seine Mitstreiter fragten bei Hamburger Speditionen nach. „Die Unternehmen stellen uns Lastwagen zur Verfügung, Jungheinrich leiht uns Hubwagen, alle beteiligen sich einfach“, berichtet Grassau begeistert. Seit Dienstag Nachmittag werden die Hilfsgüter nun im Bunker angeliefert. Die Stichstraße Pinneberger Straße zum JRG-Sportplatz ist daher bis Sonntag gesperrt.

Bestand wird online katalogisiert

Wie lange die Paletten in der Rolandstadt lagern werden ist offen. Die Bestände sollen erfasst werden und für die Aufnahmestellen für Flüchtlinge auf einer Website katalogisiert werden. Bei Bedarf können dann Hilfsgüter aus Wedel an die jeweiligen Standorte verteilt werden. Grundsätzlich stünden die Kleidungsstücke nicht nur Flüchtlingen, sondern auch anderen Bedürftigen zur Verfügung, betont Grassau. Es ginge zunächst darum, die gerade reichlich gespendeten Kleider sicher einzulagern.

Nachdem Grassau die Bunkerflächen gemietet hatte, bekämpfte er mit einem aufwändigen Belüftungssystem erfolgreich die Feuchtigkeit in dem zwischen 1964 und 1975 errichteten Tunnelsystem. Einige Räume sind als Lager vermietet. Ansonsten proben unter der Erde Rockbands.

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erstellt am 04.Sep.2015 | 10:00 Uhr

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