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Wedel-Schulauer Tageblatt

24. November 2017 | 12:31 Uhr

Klares Nein zum Hafenausbau-Plan

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Einwohnerversammlung Tumultartige Auseinandersetzung in Haseldorf

Schwere Schlappe für Haseldorfs Bürgermeister Uwe Schölermann (CDU): Sein Hafen-Ausbauprojekt stieß während einer Einwohnerversammlung am Donnerstagabend auf breite Ablehnung. „Das, was Haseldorf ausmacht, sind seine Schilfbestände. Wer Blumenkübel sehen will, soll zu Planten un Blomen gehen“, sagte Jochen Steinhardt-Wulff. Der Haseldorfer fasste damit die Stimmung im voll besetzten Saal zusammen.

Gut 300 Bürger waren in den „Haseldorfer Hof“ gekommen. Deren Votum ist nicht bindend, das Meinungsbild, das sie abgaben, aber eindeutig. Fazit: Je attraktiver das Dorf für Ausflügler wird, desto unwohler fühlen sich seine Bewohner. Auch der Ausbau der schmalen Hafen-Zufahrtsstraße Achtern Dörp fiel durch.

„Wir packen den Hafenausbau nur an, wenn die Mitglieder vom Wassersportverein und die Mehrheit der Haseldorfer das Projekt unterstützen“, versuchte Schölermann die Gemüter zu beschwichtigen. „Wenn der Hafenausbau nicht gewünscht ist, lassen wir das und geben die Fördergelder zurück.“ Im Vorwege hatte der Christdemokrat bei der Aktivregion und der Metropolregion Unterelbe um Unterstützung geworben – und erhalten. Das mit 370  000 Euro veranschlagte Hafen-Projekt mit barrierefreiem Schwimmsteg, Wohnmobilplätzen, Promenade, Beleuchtung und E-Bike-Station sollte mit rund 190  000  Euro gefördert werden.


Bürger fühlen sich von Politik abgehängt


Die Bürger fühlen sich offenbar abgehängt bei der Projekt-Planung. In den vergangenen Monaten hatte sich Wut aufgestaut, die sich auf der Versammlung Bahn brach. Tumultartigen Reaktionen begegnete der Bürgermeister mit Sachlichkeit. Er ging mit seinem Mikrofon durch die Reihen, hörte sich die Fragen an und beantwortete sie gemeinsam mit dem Expertenteam, das er eingeladen hatte: Kreismitarbeiter Rüdiger Langels, Stefan Wendt vom Wegeunterhaltungsverband, Christian Brütt vom Ingenieurbüro Lindemann und Ulrich sowie Schall- und Lichtschutzexpertin Bianca Berghofer.

Zwei Argumente der Hafenausbau-Gegner erwiesen sich als schlagkräftig: Die Haseldorfer Infrastruktur sei am Limit und nicht auf noch mehr Menschen ausgerichtet. Außerdem stünden im Ort andere Aufgaben an. Der Neubau beziehungsweise die Sanierung der Turnhalle und der Bau von Räumen für die Betreuungsklasse der Grundschule wurden als Beispiele genannt.

Eine Restchance, das Projekt „touristischer Ausbau des Hafens“ zu realisieren, besteht für den Bürgermeister darin, die Wassersportler zu überzeugen. Der Verein will zeitnah zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zum Thema einladen.


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