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Wedel-Schulauer Tageblatt

17. Dezember 2017 | 13:40 Uhr

Eltern wehren sich : Kita-Sparpläne in Wedel

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Stadtverwaltung will bei Sozialstaffel und Ganztagsbetreuuung den Rotstift ansetzen.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2014 | 10:00 Uhr

Wedel | Im Oktober kam die Hiobsbotschaft. Wedel muss mit niedrigeren Gewerbesteuereinnahmen kalkulieren. Angesichts neuen Haushaltslage sollen nun auch Einsparmöglichkeiten beim Kita-Betrieb wieder diskutiert werden. Die Kreiselternvertretung (KEV) möchte dies nicht einfach hinnehmen. Für Montag, 3. November, ist eine Infoabend im Familienzentrum Wedel, Buchsbaumweg 1, geplant.

Der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport tritt am Mittwoch, 5. November, ab 19 Uhr im Rathaus zusammen. Auf der Tagesordnung stehen dann auch die Kitas der Rolandstadt. Die Verwaltung möchte an drei Punkten den Rotstift ansetzen: Ab dem Kita-Jahr 2015/2016 soll es keine zusätzliche sozialpädagogische Arbeit an den Kitas mehr geben. Bisher konnten die Einrichtungen mit städtischen Mitteln zusätzliche Programme finanzieren. Beispielsweise Beratung für Eltern in schwierigen Lebenslagen. Burkhard Springer, Fachdienstleiter Bildung bei der Stadt Wedel, betont: „Es handelte sich um eine freiwillige Leistung, die es meines Wissens in anderen Städten im Kreis Pinneberg nicht gibt.“ Wenn gespart werden solle, sei es normal, solche Leistungen zur Debatte zu stellen. Die KEV warnt in einer Pressemitteilung: „Es würde wichtige Unterstützung für die Erzieher verloren gehen, was sich in der Qualität der Betreuung bemerkbar machen würde.“

Auch über die Ganztagsbetreuung soll gesprochen werden. Die Verwaltung will alle Stunden zusätzlich abrechnen, die über eine tägliche Betreuungszeit von acht Stunden hinausgehen. Für Springer grundsätzlich fair: „Warum sollte ich für acht Stunden Betreuung genauso viel zahlen wie für neun Stunden?“ Für die KEV würde diese Änderung bedeuten, dass „erheblichen Gebührensteigerungen Tür und Tor geöffnet sind.“ Für Eltern mit einem Vollzeitjob inklusive Fahrtzeiten, würde ein regulärer Ganztagsplatz nicht mehr zur Betreuung reichen.

Eine dritte mögliche Sparmaßnahme wäre die Angleichung der Sozialstaffel an die Kreisrichtlinien. Eltern hätten demnach 80 Prozent des sogenannten Einkommensüberhangs als Kita-Gebühr zu entrichten. Dieser Wert wird aus allen sonstigen Lebenskosten einer Familie errechnet. Bisher wurden in Wedel lediglich 55 Prozent fällig.

Würden alle Vorschläge vollständig umgesetzt werden, könnte die Stadt 2015 83.000 Euro sparen, ab 2016 würden die Ausgaben der Kommune um 200.000 Euro reduziert werden. Die Verwaltung stellt allerdings auch eine eingeschränkte Verwirklichung zur Diskussion. So könnte beispielsweise das Budget für die sozialpädagogische Arbeit lediglich reduziert werden.

Für die KEV bedeuten weitere Sparrunden eine familienfeindliche Politik. „Die Umverteilung der Lasten auf die Schultern der Familien ist nicht hinnehmbar“, so die stellvertretende Vorsitzende Nadine Mai. Die Vertretung fordert einen einheitlichen Beitragssatz von nicht mehr zehn Prozent des monatlichen Nettoeinkommens. Eine Unterschriftenaktion sei bereits gestartet worden, auf dem Infoabend werde das weitere Vorgehen geplant.

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