Kita-Kinder sind zufrieden

Nachdem die Schallschutzdecke und die Isolierung entfernt worden ist, wird der ganze Schaden sichtbar.
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Nachdem die Schallschutzdecke und die Isolierung entfernt worden ist, wird der ganze Schaden sichtbar.

Mädchen und Jungen der Elb Arche sind während der Dachsanierung in der Haseldorfer Grundschule untergebracht

shz.de von
13. Juli 2018, 16:00 Uhr

„Das ist latent einsturzgefährdet. Ich war echt erschrocken.“ Haseldorfs neuer Bürgermeister Klaus-Dieter Sellmann (BfH) ist froh darüber, dass es mit der Sanierung des Dachs der Kindertagesstätte Elb Arche in seiner Gemeinde nun voran geht. Gestern besuchte er gemeinsam mit seinem Haselauer Amtskollegen Peter Bröker (CDU) das Ausweichquartier und versicherte sich, dass alles gut läuft.

Das erst fünf Jahre alte Kita-Haus muss nun bereits zum zweiten Mal saniert werden (unsere Zeitung berichtete). Den Erziehern um Kita-Chefin Angela Dücker war frei gestellt worden, ob sie während der Bauarbeiten in der Einrichtung bleiben oder in die Räume der benachbarten Grundschule Haseldorfer Marsch ausweichen wollen. Die Erzieher entschieden sich gegen Lärm und Dreck und sind nun sehr zufrieden mit der Zwischenlösung. Vor einer Woche wurde mit Hilfe von etwa 20 Mitarbeitern der Kita und des Bauhofs sowie Eltern und Kommunalpolitikern der Umzug in Rekordzeit erledigt. „Es war unglaublich“, schwärmte Dücker. Und Sellmann ergänzt: „Viele Hände, kurze Zeit.“ Gestern zog Dücker eine erste Bilanz: „Wir sind gut angekommen.“ Und wie finden es die Kinder? „Ich finde es toll, in der Schule zu sein“, meint die sechs Jahre alte Jette auf Nachfrage.

Kommunalpolitiker und Betroffene hoffen, dass die Bauarbeiten in den angesetzten fünf Wochen abgeschlossen sind. „Das ist unsere Deadline, das haben wir heute festgelegt“, sagte Sellmann. Denn die letzte Ferienwoche werde von der Schule beansprucht, um eine Generalreinigung und Vorbereitungen für das neue Schuljahr zu erledigen. Den Kindern stehen das Erdgeschoss des Schulgebäudes sowie die Turnhalle zur Verfügung. Obwohl die drei Krippengruppen im Kita-Haus hätten bleiben können, sind auch die Allerkleinsten mit ins Abenteuer Schule genommen worden. Die Kleinen sind nun gemeinsam in einem Raum untergebracht, statt in drei Zimmern, wie normalerweise. Aber das sei kein Problem, versicherte Dücker. Die anderen Klassenzimmer wurden in Themenräume verwandelt: Bauen, Bewegen, Malen und Basteln sowie eine Mensa. „Alle sind glücklich“, freut sich Dücker. In der kommenden Woche steht sogar noch mehr Platz für die 110 Mädchen und Jungen, von denen aufgrund der Ferienzeit zwischen 95 und 100 Kindern anwesen sind, zur Verfügung. Sie können dann die Räume der Betreuungsschule mit nutzen, die für vier Wochen schließt. Dücker und ihr Team freuen sich, dass sie die dortigen Küche nutzen können.


Haselaus Bürgermeister gibt grünes Licht

Wie geht es in Sachen Finanzierung der etwa 110 000 Euro teuren Sanierung weiter? Der Haseldorfer Gemeinderat hatte sich am Dienstagabend in einer Sondersitzung mit dem Thema befasst, aber die Gemeinde Haselau muss ebenfalls mit ins Boot geholt werden, weil sich die Kommunen die Kosten gemeinsam im Verhältnis 60 zu 40 teilen. Bröker gab gestern grünes Licht für den Plan der Haseldorfer, eine Schlussbeurteilung durch einen bereits im Vorfeld eingeschalteten Rechtsanwalt durchführen zu lassen. Dieser hatte im Frühjahr von einem Klageweg abgeraten, weil das die Sanierungsarbeiten für lange Zeit verzögert hätte und die Gewährleistungszeit der Handwerker abgelaufen sei. Wie Sellmann nach der Übernahme der Amtsgeschäfte von seinem Vorgänger Uwe Schölermann (CDU) feststellte, waren dem Anwalt aber nicht alle Unterlagen zugestellt worden. Eine Sondersitzung des Haselauer Rats will Bröker nicht einberufen, es habe vor der Kommunalwahl einen Beschluss zur Sanierungsfrage gegeben.

Ein dezidiertes Gutachten liegt bereits vor. Es ist 62 Seiten stark. Eine Gefährdung durch Schimmel habe es zu keiner Zeit gegeben, ergab die Untersuchung, so die Bürgermeister. Die Sanierung findet von innen nach außen statt. Die Schallschutzdecke und die Isolierung der betroffenen Eingangshalle sind bereits entfernt worden. Nun sollen nach Schilderung Sellmanns tragende Stützbalken eingezogen werden. Angeschimmelte Balken würden herausgesägt.


Dokumentation liegt nicht vor

Wie berichtet, war die Durchfeuchtung im November 2017 festgestellt worden. Aber bereits 2015 habe es eine Leckage im Dach gegeben. Als Ursache wurde damals Laub ausgemacht. Das wurde beseitigt, eine Reparatur habe es nicht gegeben. Der neue Bürgermeister muss sich an das Thema mühsam herantasten. „Es gibt keine Dokumentation“, sagte Sellmann.
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