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Stadtplanung : Kita-Kinder aus Wedel machen den Barriere-Check

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Lebenshilfe-Kita befragt Passanten zu Wedels Zugänglichkeit für Senioren und Menschen mit Behinderungen.

Wedel | „Barrierefreiheit wird ein immer größeres Thema, auch wegen der immer älter werdenden Bevölkerung“, stellte Bürgermeister Niels Schmidt (parteilos) fest. Wie gut die Rolandstadt bei diesem Thema abgeschneidet, überprüften jetzt ganz junge Wedeler mit unbestechlichem Blick – anlässlich einer Initiative der Aktion Mensch.

Die Kinder aus der Lebenshilfe-Kita zogen gemeinsam mit ihren Erzieherinnen los, begutachteten kritische Punkte in der Stadt und befragten am 12. Mai vor dem Rathaus Passanten. Das Ergebnis ist durchwachsen. „Manche der Befragten haben sich sehr positiv geäußert – es gab aber auch deutliche Kritik“, berichtet Erzieherin Frauke Hansen.

Die Kinder sprachen vorwiegend ältere Wedeler mit Rollatoren oder ähnlichen Gehhilfen an, außerdem Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen. Hansen betonte aber auch: Man müsse auch an Menschen mit Seh- oder Hörbehinderungen oder Personen, die auf einfache Sprache angewiesen seien, denken. Die Post und der Bahnhof erhielten viel Lob für die gute Zugänglichkeit. Grundsätzlich betonten die Befragten, dass man sich mit dem Rollstuhl oder zu Fuß gut durch die Stadt bewegen könne. Die Teilnehmer kritisierten dagegen zu hohe Bordsteine sowie viele unebene Wege und Übergänge. Besonders die Mühlenstraße sei eine „Katastrophe“. Auf der Wunschliste stehen farbliche Markierungen für Treppenstufen, mehr Bänke zum Ausruhen, mehr öffentliche Toiletten sowie barrierefreier Zugang zu allen Arztpraxen der Stadt. Vielen Restaurants und Cafés würden ebenerdige Toiletten fehlen.

Schmidt will die Liste mit Vorschlägen an seine Bauabteilung weiterreichen. Er betont aber auch: „Eine Stadt wird nicht am Reißbrett entworfen.“ Viele der bemängelten Bauwerke seien nicht im Besitz der Stadt. Bei Neubauten sei Barrierefreiheit eine Selbstverständlichkeit. Bei bestehenden Straßen und Gebäuden koste der Umbau jedoch oft viel Geld. Schmidt: „Die Politik muss dann Prioritäten setzen.“ Neu errichtete gastronomische Betriebe seien verpflichtet, Toiletten auf einer Ebene vorzuhalten. Bei bestehenden Lokalen prüfe die Stadt aber, ob es der Umbau dem Betreiber zuzumuten sei. Wedel habe in der Vergangenheit aber bereits viel bewegt. „Es ist eine Aufgabe für die Zukunft“, so der Verwaltungschef.

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erstellt am 29.Jun.2016 | 13:00 Uhr

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