Kleine Energie-Pioniere aus Wedel : Kita an der Flerrentwiete nimmt am Projekt KIEN teil

Was bringt die Glühbirne zum leuchten? Die Kinder in der DRK-Kita Flerrentwiete sollen sich zwei Jahre lang intensiver mit dem Thema Energie und Klimaschutz auseinandersetzen.
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Was bringt die Glühbirne zum leuchten? Die Kinder in der DRK-Kita Flerrentwiete sollen sich zwei Jahre lang intensiver mit dem Thema Energie und Klimaschutz auseinandersetzen.

Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit soll bei den Kindern geweckt werden. Kooperation mit Uni Lüneburg.

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17. Juli 2015, 16:30 Uhr

Wedel | „Wir wollen täglich Bewusstsein schaffen“, betont Markus Kleinwort. Bewusstsein für die Endlichkeit der Ressourcen und für einen nachhaltigen Umgang mit Energie. Damit kann man aus Sicht von Kleinwort nicht früh genug anfangen. Er leitet die DRK-Kita Flerrentwiete und beteiligt sich in den nächsten zwei Jahren am Projekt Kitas und Energiewende – KIEN. Dahinter steckt eine Zusammenarbeit der Kita mit der Leuphana Universität Lüneburg, den Wedeler Stadtwerken sowie der Verwaltung.

Die Hochschule bietet der Kita dabei Know-How und Kontakte an, will darüber hinaus helfen, sich mit Experten vor Ort zu vernetzen. Konkrete Maßnahmen stehen bisher noch nicht fest. Das Projekt befindet sich in der Planungsphase. Den Kindern soll Wissen vermittelt werden – in der Tagesstätte, aber auch bei Exkursionen.

„Wir suchen dafür gerade nach geeigneten Kooperationspartnern in Wedel, wie zum Beispiel Handwerker“, sagt Ute Stoltenberg, Professorin in Lüneburg und für KIEN zuständig. Dazu gehört auch ein Einblick in komplexere Zusammenhänge – beim Energiesparen geht es eben nicht nur um Strom aus der Steckdose, sondern auch darum, wie viel Energie beispielsweise durch den Transport von Lebensmitteln verbraucht wird.

Ziehen an einem Strang: Bürgermeister Niels Schmidt (von links, parteilos), Julia Preisigke, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Leuphana Universität, Kita-Leiter Markus Kleinwort, die Lüneburger Professorin Ute Stoltenberg sowie Wedels Stadtwerke-Chef Adam Krüppel.  (Foto: Willuhn)
Ziehen an einem Strang: Bürgermeister Niels Schmidt (von links, parteilos), Julia Preisigke, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Leuphana Universität, Kita-Leiter Markus Kleinwort, die Lüneburger Professorin Ute Stoltenberg sowie Wedels Stadtwerke-Chef Adam Krüppel. (Foto: Willuhn)
 

Aber auch konkrete Maßnahmen in der Kita selbst wären möglich. „Wir könnten Schwachpunkte am Gebäude herausfinden, beispielsweise das Dach begrünen.“ Ein Fahrradparkplatz vor dem Haus könnte mehr Eltern dazu motivieren, das Auto stehen zu lassen, wenn die Sprösslinge vorbeigebracht werden. Für solche Maßnahmen bräuchte man allerdings Sponsoren. Genau wie für den Plan, den täglichen Energieverbrauch der Einrichtung mit einer Digitalanzeige vor dem Gebäude zu veranschaulichen. Ein Rundgang durch die Tagesstätte mit einem Stadtwerke-Mitarbeiter ist auf jeden Fall geplant. Was die Kinder in der Kita lernen, sollen sie dann nach Hause weiter tragen und für die Zukunft mitnehmen. Kleinwort: „Es sind die Erwachsenen von morgen.“

Kleinwort machte mit seiner Tagesstätte bereits im vergangenen Jahr bei einem Projekt von Stoltenberg mit. Bei „Kita21“ befasste man sich mehrere Tage mit dem Thema Müll. Dass dieses Mal ein viel längerer Zeitraum eingeplant ist, hält Kleinwort für sinnvoll.

Kitas in fünf Kommunen in Norddeutschland betreuen die Lüneburger Wissenschaftler: Wedel, Horst, Holm, Hamburg-Altona und in Lüneburg selbst. Noch einmal fünf Standorte stehen unter der Obhut der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf im bayrischen Straubing. 250  000 Euro steuert die Bundesstiftung Umwelt bei. Davon wird an beiden Standorten jeweils die Stelle eines wissenschaftlichen Mitarbeiters finanziert. Aus den Erkenntnissen von zwei Jahren Projektarbeit soll am Ende keine praxisferne wissenschaftliche Publikation entstehen. Stoltenberg und ihr Team wollen stattdessen einen Leitfaden für energiebewusste Kindertagesstätten erstellen.

In der Kindertagesstätte an der Flerrentwiete werden 100 Kinder vom Krippenalter bis zum Ende des 4. Schuljahrs betreut. Die Einrichtung wurde im Jahr 1975 eröffnet, mittlerweile arbeiten dort 18 pädagogische Mitarbeiter und zwei Hauswirtschafterinnen.
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