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Wedel-Schulauer Tageblatt

24. August 2017 | 12:53 Uhr

Kissig: Helmut Plüschau ist ein Intrigant

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Aufsichtsrat-Zoff SPD-Kandidat erneut abgelehnt

Neuerliche Eskalation im Streit um die Nominierung von Helmut Plüschau für den Aufsichtsrat der Stadtwerke: Nach der Ablehnung von CDU und WSI (wir berichteten) haben die Sozialdemokraten ihren Ex-Landtagsabgeordneten erneut für die Besetzung des Postens vorgeschlagen, der vakant ist. Und sind wieder abgeblitzt.

Ein Votum, dem wechselseitige Verbalattacken vorausgingen. SPD-Fraktionschefin Sophia Jacobs-Emeis nannte die Mitteilung der ersten Ablehnung an ihre Partei erst unmittelbar vor der Ratssitzung einen „beispiellosen Affront“, der nur als „absichtliches Missachten von bisher geltenden Gepflogenheiten“ gedeutet werden könne. Diese Art des Umgangs miteinander zeuge von „schlechtem Stil“. Zudem würde durch die fehlende Begründung der Ablehnung Spekulationen und Gerüchten Tür und Tor geöffnet. „Das ist für uns eine Vergiftung der politischen Kultur“, so Jacobs-Emeis.

Er könne gern eine Begründung liefern, entgegnete CDU-Fraktionschef Michael Kissig. Die Arbeit im Aufsichtsrat erfordere ein vertrauensvolles Miteinander, bei dem die Mitglieder eigene Interessen zum Wohl des Unternehmens zurückstellen müssten. In vielen Jahren seiner kommunalpolitischen Tätigkeit habe Plüschau gezeigt, dass er in dieser Hinsicht nicht geeignet sei. Er sei, so Kissig, ein „Intrigant und ein Strippenzieher bei der Spaltung der SPD“ gewesen, ebenso wie versuchsweise bei der Awo.

Wenn die SPD der CDU nun vorwerfe, ihr Votum sei undemokratisch, dann sein das „billig und durchschaubar und bringt Helmut Plüschau nicht eine Stimme von unserer Fraktion“, so Kissig. Gemeinsam mit weiten Teilen der WSI, die sich nicht äußerte, stimmten die Christdemokraten erneut gegen Plüschau. Bei Enthaltung der FDP und von Andreas Schnieber (WSI) sowie Ja-Stimmen von SPD, Grünen und Linken blieb es damit bei der Ablehnung.


„Infame Unterstellung“


Plüschau erklärte darauf in einem Statement, das dem Tageblatt nach der Sitzung zuging, er stehe für keine weitere Nominierung zur Verfügung. Er wolle sich nicht mit Teilen von Aufsichtsratsmitgliedern auseinandersetzen müssen, die „allen Anstand verloren haben und die Grundsätze der kommunalen Zusammenarbeit mit Füßen treten“, so Plüschau. Zur Bemerkung Kissigs gegenüber dem Tageblatt nach der ersten Ablehnung, er wolle Plüschaus Ruf nicht schädigen, sagt der Sozialdemokrat: „Das hat er mit seiner infamen Unterstellung schon reichlich vollbracht“. Plüschau schließt seine Erklärung mit dem Satz: „Diese Ausgrenzung durch die Mehrheit im Rat erinnert mich an dunkle Stunden in der Geschichte unseres Landes, die ich mit meiner Familie noch erlebt habe.“

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erstellt am 04.Jun.2016 | 16:00 Uhr

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