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Kirchstieg-Zufahrt:    Alles wieder      offen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Amtlich: Durchfahrt in der Höckner-Straße enger als angegeben

Das Kirchstieg-Grundstück kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nach allem Gezerre um Baupläne und Bauhöhen, um Bieter-Bewertungen und geplatzte Vorverträge (wir berichteten) schien mit dem Zuschlag für den Wedeler Bauunternehmer Joachim Rehder Ruhe um die 7000 Quadratmeter künftiges Bauland am Geestrand eingekehrt. Damit ist es jetzt vorbei. Schon sehr bald wird das Thema wieder die Gremien beschäftigen: Genauer ein Aspekt, der schon einmal Zankapfel war: die Erschließungsstraße und ihre Durchfahrtsbreite. Denn die, so steht es jetzt amtlich fest, ist doch anders zu betrachten, als es bislang von Amtsseite kommuniziert wurde. Und das könnte durchaus Folgen für die geplante Zuwegung über die Rudolf-Höckner-Straße haben.

Problemstelle ist das Nadelöhr zwischen den Häusern 8 und 9. Breite: 3,12 Meter. So stand es zumindest im Katasterauszug – bisher. Auf Grund von Unstimmigkeiten mit den Anwohnern hat die Stadt jetzt noch einmal nachmessen lassen. Ergebnis: Es sind 3,06 Meter. Kleinigkeit – könnte man meinen. Hinzu kommt allerdings, dass diese gut drei Meter nicht in Gänze nutzbar sind. Denn zwar ist die öffentliche Durchfahrt an der Stelle (annähernd) so breit wie stets von Stadtseite erklärt. Sie liegt nur anders als bislang in den Katasterauszügen verzeichnet. Dies erklärte Bürgermeister Niels Schmidt gestern auf Tageblatt-Anfrage. Faktisch ragen nach korrigierter Sachlage eine durch eine Dämmung verbreiterte Fassade und ein Giebel in den öffentlichen Raum. Und lassen eine Breite, die der Feuerwehr nur knapp und bei sehr geringer Geschwindigkeit zur Durchfahrt ausreicht, während die Müllabfuhr bereits ganz kapituliert.


Jetzt prüfen die Juristen


Auch das klingt zunächst wenig dramatisch, hat aber möglicherweise erhebliche Konsequenzen für das Wohnbauprojekt Kirchstieg. Verkehrliche Erschließung über die Rudolf-Höckner-Straße – so stand es in den Konditionen, zu denen sich drei Bieter um das Stadt-Grundstück beworben hatten: die Wohnungsbaugenossenschaft Adlershorst, der Privatier Udo Möller mit seinem Wohnprojekt und eben Rehder.

Am Ende hatte Möller die Nase vorn. Der hatte jedoch den Kaufvertrag nicht innerhalb der gesetzten Frist unterschrieben. Auf Grund von Unstimmigkeiten mit der Stadt, wie er im Tageblatt-Gespräch sagte. Konkret ging es um die zulässige Wohnfläche – und eben um jene Zuwegung über die Rudolf-Höckner-Straße, die sich laut Möller mangels Breite nicht als Feuerwehr-Zufahrt eignet. Konsequenz: Rehder hatte als Zweitplatzierter des Bieterverfahrens den Grundstücks-Deal an der Hand und zog die Kaufoption. 3,12 Meter würden für Pkw-Verkehr und auch Feuerwehr ausreichen, so der Unternehmer seinerzeit gegenüber dem Tageblatt mit Verweis auf fraglichen Katasterauszug.

Und nun? „Das Grundstück ist verkauft, das Geschäft können wir nicht rückabwickeln“, sagt Schmidt. „Es sei denn, Herr Rehder macht von seiner Rücktrittsklausel Gebrauch – die übrigens auch Herr Möller in seinem Vertrag gehabt hätte.“ Eben darüber werde man dieser Tage reden. Die Stadt strebe indes grundsätzlich weiter eine Zufahrt über die Höckner-Straße an. Ob dies funktioniert oder doch umgeplant werden müsse, werde eine sorgfältige rechtliche Prüfung ergeben, so Schmidt. Fakt ist aber: Das Thema Erschließung – ob über Höckner-Straße, über den Kirchstieg, wie es Teile der Politik fordern, oder am Ende sogar aus westlicher Richtung beim Bürgerpark – ist damit wieder offen.

Und wer hat Schuld? „Keiner“, sagt Schmidt. Laut Katasteramt sei der Fehler offenbar bei der Übertragung von analogen in digitale Daten entstanden. „Aber ärgerlich ist es allemal“, so Wedels Verwaltungschef. „Nun müssen wir damit umgehen. Und das werden wir tun.“

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