Wedel: Wohnprojekt liegt auf Eis : Kirchstieg-Verkauf: Frist verstrichen

Gestern hätte der Kaufvertrag für das Grundstück zwischen Rudolf-Höckner-Straße und Gau-Heim unterzeichnet werden müssen. Das ist nicht passiert.
Gestern hätte der Kaufvertrag für das Grundstück zwischen Rudolf-Höckner-Straße und Gau-Heim unterzeichnet werden müssen. Das ist nicht passiert.

1,8-Millionen-Euro-Deal am Geestrand: Projektentwickler-Gruppe um Udo Möller und Stadt uneins über Bedingungen für Wohnungsbau

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16. November 2013, 18:45 Uhr

15. November: Gestern war das magische Datum für das städtische Filet-Grundstück am Kirchstieg. Laut Ratsbeschluss vom Frühjahr hatte die Planergruppe des Projekts „Alter Ochsenmarkt“ um den Wedeler Udo Möller bis Freitag Zeit, den Kaufvertrag für das 7000-Quadratmeter-Areal am Geestrand zu unterzeichnen. Sie hat es nicht getan. Und das aus gutem Grund, wie Möller auf Tageblatt-Anfrage erklärte.

Der liegt nicht etwa in plötzlichem Desinteresse an der Realisierung der Pläne, die Wedel rund 40 Wohnungen bringen sollen – geförderter Wohnungsbau und generationenübergreifendes Wohnmodell inklusive. Ganz im Gegenteil: „Wir sind nach wie vor bemüht und unbedingt interessiert daran zu bauen“, sagt Möller. Dem entgegen stehe jedoch dringender Klärungsbedarf – mit Wedels Verwaltung.

Zwei wesentliche Knackpunkte zählt Möller auf. Zum einen die zulässige Wohnfläche. Die ist nach Auffassung von Möller und seinen Architekten größer als beim Bieterverfahren, aus der der „Alte Ochsenmarkt“ als Sieger hervorging (wir berichteten) ersichtlich gewesen sei. Denn um zu bauen, muss das Gelände erschlossen werden. Und dafür müssen Möller und Kollegen knapp 700 Quadratmeter eine privaten Nachbargrundstücks kaufen. Das treibt die Investitionskosten in die Höhe. Allerdings müssten die zusätzlichen Quadratmeter Grundfläche bei festgelegter Geschossflächenzahl auch zu mehr zulässigem Wohnraum führen. So jedenfalls die Projektplaner-Sicht – die die Verwaltung aber nicht teile.


Grüne, SPD und Linke wollen Verlängerung


Doch Wohnraum verschenken? Zwei Investoren haben da laut Möller bereits nicht mehr mitgespielt und sind abgesprungen. „Das muss sich schließlich auch rechnen“, so Möller. Er hat indes einen neuen an der Hand – und pocht nun umso mehr auf Zurechenbarkeit des Nachbar-Grundstücks.

Knackpunkt zwei: die Zuwegung. Die Stadt beharrt dabei auf der Rudolf-Höckner-Straße. Problem laut Möller: Die ist gar nicht geeignet. Gerade mal 2,65 Meter messe der Durchweg zwischen zwei Häusern – weniger als von der Stadt angegeben und zu eng für eine Feuerwehrdurchfahrt, weiß der Projektplaner. Die müsste über den Kirchstieg gewährleistet werden. „Warum also nicht die gesamte Erschließung auf diesem Weg?“, sagt Möller, der diese Variante bereits vor rund drei Jahren ins Spiel gebracht hatte. Für ihn steht in beiden Fällen fest: „Da muss sich die Stadt bewegen.“

Brisant ist die Angelegenheit auch insofern, als der Verkaufserlös – rund 1,8 Millionen Euro – bereits im mühsam ausgeglichenen Haushalt 2014 eingepreist ist. Allerdings sieht der Ratsbeschluss auch eine B-Variante vor – den Verkauf an Bauunternehmer Joachim Rehder. Der war mit seinen Wohnungsbauplänen für den Kirchstieg als Zweitplatzierter aus dem Bewertungsverfahren hervorgegangen, das die Politik bei der Grundstücksvergabe an die Angebote angelegt hat.

Hat also Möller seinen Chance mit Verstreichen der Frist vertan? Nicht wenn es nach Grünen, SPD und Linken geht. Die drei Fraktionen haben einen Antrag für den Rat am Donnerstag formuliert, in welchem sie rechtliche Bedenken anmelden und eine Fristverlängerung für das Projekt „Alter Ochsenmarkt“ erwirken wollen. Auf Tageblatt-Anfrage sagte Bürgermeister Niels Schmidt gestern dazu: „Nach meinem jetzigen Kenntnisstand gibt es nichts, was eine Fristverlängerung rechtfertigen würde. Ich werde das aber verwaltungsintern noch einmal überprüfen.“

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