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Wedel-Schulauer Tageblatt

17. November 2017 | 20:44 Uhr

Kirchstieg: Das sagt die Politik

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Vermessen in der Höckner-Straße: Alles wieder auf Null in Sachen Grundstücksverkauf? / Rehder: „Ich will nach wie vor dort bauen“

Die Rudolf-Höckner-Straße ist enger als gedacht, die strittige Frage der Zuwegung zum Baugrundstück Kirchstieg damit wieder offen (wir berichteten): Was sagt Wedels Politik dazu, dass das nach Jahren der Diskussionen erst Ende 2013 abgeschlossen geglaubte Thema Verkauf des städtischen Areals am Geestrand zwecks Wohnbebauung nun wieder aufgerollt wird? Das Tageblatt hat nachgefragt.

Geht es nach den Grünen, dann ist der Punkt erreicht, wo das Rad zurückgedreht werden muss. „Es kann nicht nur um Verhandlungen mit dem Bieterwettbewerbs-Zweiten gehen, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern“, sagt Olaf Wuttke, planungspolitischer Sprecher der Grünen. „Ich meine, wir müssen wieder bei Null anfangen.“ Was die Zuwegung angeht: Die wollen die Grünen über den Kirchstieg führen – „für die Bauphase und dauerhaft“, so Wuttke.

Auch WSI-Vorsitzender Joachim Funck sagt: „Wenn sich herausstellt, das es tatsächlich absolut nicht über die Rudolf-Höckner-Straße funktioniert, dann muss das Verfahren auf Anfang zurückgesetzt werden. Das wäre das Gebot der Fairness.“ Neben Bauunternehmer Joachim Rehder sollten dabei auch Udo Möller und Adlershorst wieder reingeholt werden, so Funck. Wie berichtet hatte Möller zwar das Bieter-Verfahren gewonnen, nach Unstimmigkeiten mit der Stadt jedoch den Kaufvertrag nicht unterschrieben, womit Rehder als Zweitplatzierter am Zug war.


Auch Möller steht noch „Gewehr bei Fuß“


Die SPD hat sich als Fraktion noch nicht positioniert. Ihr planungspolitischer Sprecher Manfred Eichhorn sieht es von persönlicher Warte aus aber ähnlich wie Grüne und WSI: Zunächst müsse jetzt die Verwaltung prüfen und Vorschläge machen. „Und wenn sie zu dem Schluss kommt, die Zuwegung über die Höckner-Straße funktioniert nicht, dann müsste tatsächlich alles auf Null gehen und auch Möller wieder zum Zug kommen“, so Eichhorns Meinung. Spannend dabei die Frage, ob denn Möller überhaupt noch an einer Realisierung seines Wohnprojekts interessiert ist? „Ja“, bekräftigte der Wedeler Privatier gestern am Tageblatt-Telefon. „Ich stehe Gewehr bei Fuß“ – wenn denn die offenen Fragen geklärt sind. Er wolle das Projekt immer noch realisieren – „aber über den Kirchstieg“, so Möller.

Anbindung über den Kirchstieg: Die FDP schließt das aus. „Strikt dagegen“, so Martin Schumacher, planungspolitischer Sprecher der Liberalen. Zur verfahrenen neuen Situation erklärte Schumacher: „Die Verwaltung muss jetzt sehen, dass sie das möglichst schnell heilt.“

„Für uns ergibt sich keine Änderung an dem Sachverhalt“, sagt Planungsausschuss-Chef Michael Schernikau (CDU). Seine Partei sehe jetzt den Handlungsbedarf zunächst bei der Stadt. Die Linke war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Und Rehder? Wird der Wedeler Bauunternehmer jetzt von seinem Rücktrittsrecht Gebrauch machen und sein Kirchstieg-Projekt „Marschkieker“ begraben? „Nein“, erklärte er gestern auf Tageblatt-Anfrage. „Ich will nach wie vor dort bauen. Jetzt müssen Lösungen gefunden werden, und ich gehe davon aus, dass die Stadt das geregelt bekommt. Schauen wir mal, was dabei rauskommt.“

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