Batavia in Wedel : Kinonächte unterm Marschhimmel

Batavia-Käpt’n Hannes Grabau lädt ein zu zwölf Vorführungen am Theaterschiff-Anleger. In 40 Jahren zu einer Institution geworden.

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08. Juli 2015, 16:19 Uhr

Wedel | Es begann mit einen Stück Musikgeschichte. Ende August 1975 brachte Batavia-Käpt’n Hannes Grabau Festival-Flair in die Marsch. An zwei lauen Sommerabenden flimmerte „Monterey Pop“ mit den Rock-Legenden Jimi Hendrix und Janis Joplin über die Leinwand, die der Theaterschiff-Chef an seinem Anleger aufgespannt hatte. Jeweils gut 300 Zuschauer genossen es – ohne zu wissen, dass sie den Beginn einer Erfolgsgeschichte erlebt hatten. Das 100.000-Sterne-Kino war geboren. 40 Jahre später sind die Freiluft-Vorführungen im alten Auhafen längst zu einer Institution geworden und die Filmabende für zahlreiche Cineasten Pflichttermine.

Zwölf Mal Kino-Genuss der besonderen Art hat Grabau zum 40. Geburtstag zu bieten. Der erste Abend ist am kommenden Freitag, 10. Juli. Letzte Möglichkeit ist der erste Sonnabend nach den Ferien, 4. September. Sieben Filme stehen in diesem Sommer zur Auswahl. Los geht’s mit der Dramödie „7 verdammt lange Tage – This Is Where I Leave You“ am Freitag und Sonnabend, 10. und 11. September. Am Freitag, 17. Juli, gibt es ein Wiedersehen mit James Dean. Einen Abend lang ist die Leinwand für den Klassiker „denn sie wissen nicht, was sie tun“ reserviert.

Familiengeschichten der etwas anderen Art prägen am Freitag und Sonnabend, 24. und 25. Juli, das Open-Air-Kino-Erlebnis, wenn „Agnes und seine Brüder“ durch die Satirebrille auf die Gesellschaft blicken lassen.

„Wir sind die Neuen“ heißt es am Freitag und Sonnabend, 31. Juli und 1. August, wenn die Zuschauer Zeugen eines Wohngemeinschafts-Revivals im fortgeschrittenen Alter der ehemaligen Hausgenossen werden. Woody Allens „Magic in the Moonlight“ steht für 7. und 8. August auf dem Programm. Hinter dem Titel „Titos Brille“ steckt die Familienbiografie von TV-Schauspielerin und Theater-Regisseurin Adriana Altaras, Jahrgang 1960, die in Gießen als Tochter des Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde aufwuchs. Der Film ist am Freitag, 14. August, zu sehen.

Und noch eine Tragikomödie zum Schluss: Am Freitag und Sonnabend, 3. und 4. September, zeigt Käpt’n Grabau Til Schweigers jüngsten Erfolgsfilm „Honig im Kopf“.

Die Vorstellungen beginnen jeweils mit Einbruch der Dunkelheit, also etwa gegen 22 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei. Reservierungen sind traditionell nicht möglich. Rechtzeitiges Kommen sichert die besten Plätze. Decken und warme Kleidung sollten im Gepäck sein, für Snacks und Getränke sorgt die Batavia-Crew.

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