15-jähriges Bestehen : Kinder stärken und Integration fördern in Wedel

Partner, Politik und Freunde feierten im Kleinen Stadtteilzentrum mit den Mitgliedern 15 Jahre Türkischer Elternbund Wedel.

Partner, Politik und Freunde feierten im Kleinen Stadtteilzentrum mit den Mitgliedern 15 Jahre Türkischer Elternbund Wedel.

Türkischer Elternbund Wedel feiert Geburtstag. Die Vorsitzende Aysen Ciker sagt: „Wir sind offen für alle“

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22. Dezember 2017, 13:00 Uhr

Wedel | Der Türkische Elternbund Wedel (TEBW) wollte sein 15-jähriges Bestehen im privaten Kreis feiern – gekommen sind dennoch viele. Denn zahlreichen Partnern, Vertretern aus Politik und Freunden war es ein Bedürfnis, den Aktiven „für die unglaublich wichtige Integrations- und Bildungsarbeit“ persönlich zu danken, wie Rainer Bleuel vom Stadtteilzentrum berichtet. „Der TEBW ist den Beweis angetreten, dass Integrationsarbeit keine Einbahnstraße ist. Hier wird seit 15 Jahren hochmotiviert ein wichtiger Beitrag für ein friedliches Miteinander geleistet“, bekennt Bleuel.

Das Lob vom Stadtteilzentrumsleiter freut die Vorsitzende Aysen Ciker besonders – und sie gibt es dankend zurück. Der Türkische Elternbund hat nicht nur seit 2008 nebenan im Kleinen Stadtteilzentrum eine feste Bleibe gefunden, er wurde von der Einrichtung von Beginn an massiv gefördert und unterstützt. Bereits vor der Gründung im Dezember 2002 hatten sich türkischstämmige Eltern dort zusammengefunden, um ihren Kindern, die Probleme in der Schule hatten, zu helfen und sie vor Diskriminierung zu schützen, erzählt Ciker.

Nachhilfe, Sport und Kinderfest

Kinder stärken und Integration fördern: Das gingen die gut 20 Gründer mit zwei Angeboten an, die bis heute nach wie vor sehr gut angenommen werden: mit individueller Nachhilfe und mit einem gemeinsamen Sportnachmittag. Auch die Idee, das internationale Kinderfest aus der Türkei mit nach Wedel zu nehmen und hier zusammen mit allen Kindern zu feiern, ist ein Vorhaben der ersten Stunde. Um alle Schulen, auch die weiterführenden, einzubeziehen, wechselt mittlerweile der Veranstaltungsort.

Auch die regelmäßige Sprechstunde ist eine frühe Einrichtung. Hier finden Eltern Unterstützung in Erziehungsfragen oder auch Hilfe in schulischen Belangen. „Wenn sie beispielsweise wünschen, dass wir bei Elterngesprächen dabei sind, gehen wir natürlich mit“, erläutert Ciker. Das Frauenfrühstück, zu dem der TEBW einmal im Monat einlädt, fing mit vielen türkischen Frauen an, erzählt die Vorsitzende. „Mittlerweile haben wir eine bunt gemischte Klientel“, sagt Ciker und lacht. Türkinnen, Deutsche, Syrerinnen, Frauen aus Afghanistan – hier sei ein echter Wandel eingetreten.

Neu sind die Bildungsforen, die der TEBW seit einigen Jahren regelmäßig veranstaltet. Externe Referenten halten Vorträge zu Bildung und Beruf oder zu Zwei- beziehungsweise Mehrsprachigkeit. Im Anschluss daran kann sich das Publikum in einer Diskussion einbringen. Auch die Kleinkindergruppen sind eine neue Idee. Sie sind als Ort der Begegnung gedacht, in denen gespielt und gesungen wird und die Erwachsenen sich austauschen können.

Ehemalige Schüler sind mittlerweile selbst Nachhilfelehrer, berichtet Ciker. „Die Konstanz freut uns.“ Der TEBW habe sich in den Jahren aber auch verändert. „Wir sind bunter und gemischter geworden“, freut sich die Vorsitzende. „Der Verein ist nicht mehr nur für die türkische Community da, wir sind offen für alle“, betont sie. Wichtig ist der Lehrerin, die sich zusammen mit ihrem Mann seit langem im Verein engagiert, aber erst vor kurzem die Verantwortung für die Leitung übernommen hat, wie fest verankert der TEBW im Netzwerk der anderen Wedeler Organisationen, Vereine und Verbände ist. Der Austausch ist da, der TEBW aus der Mitte Wedels nicht mehr wegzudenken.

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