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Wedel-Schulauer Tageblatt

24. August 2017 | 05:39 Uhr

Kiebitzfest lockt in die Vogelstation

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Nabu Ausgewilderte Tiere als Stargäste dabei

„Mit so einer Resonanz hätte ich nicht gerechnet“, sagte Marco Sommerfeld, Leiter der Carl Zeiss Vogelstation in der Wedeler Marsch. Hagel und Regen hatten die Besucher gestern nicht vom Besuch des Kiebitzfests abgeschreckt. „Wir haben bei der achten Auflage erstmals schlechteres Wetter, aber dennoch einen stetigen Zustrom. Die Leute mögen uns und das Fest scheinbar“, freute sich Sommerfeld. Noch mehr Grund zur Freude hatten dem Naturschützer seine Beobachtungen am Sonnabend beschert. Vier Seeadler – davon zwei Jungtiere – waren in der Marsch gesichtet worden. „Ich vermute, dass sie ohne Revier sind“, erläuterte Sommerfeld. Noch mehr Begeisterung löste eine Kiebitzsichtung aus. „Wir haben im vergangenen Jahr 21 Kiebitze ausgewildert und davon habe ich einen gesehen“, sagte Sommerfeld. Die Tiere hatte er mit Altonas Bezirksamtschefin Liane Melzer ausgewildert. Die Eier stammten aus Dachnestern in Othmarschen und wurden im Vogelpark Niendorf an der Ostsee ausgebrütet. Ein Silberner Ring diente als Markierung.

„Das zeigt, dass sie eine Überlebenschance haben, auch wenn sie im Vogelpark geboren wurden“, erläuterte Sommerfeld seine Begeisterung. Zudem seien die Tiere dem Revier treu geblieben oder bewusst in dieses zurückgekehrt. Auch in diesem Jahr sollen wieder Kiebitze ausgewildert werden. „Die Tiere werden mit Farbringen markiert“, erläuterte Dominic Cimiotti vom Projekt „BBV Kiebitz“ im Michael-Otto-Institut des Naturschutzbunds (Nabu). Ein Ring zeige, dass der Kiebitz zu dem Nabu-Projekt gehört. Die anderen vier Ringe dienen der individuellen Kennung. „Wir wollen die Sterberate von Kiebitzen ermitteln. Dazu gibt es keine Daten in Deutschland. So wollen wir herausfinden, wie viele Brutpaare wir benötigen, um den Bestand konstant zu halten“, so Cimiotti.

Aus der Wedeler Au seien die Kiebitze mittlerweile komplett verschwunden. „Wenn die Tiere ein Gebiet verlassen haben, ist es schwer, sie wieder anzusiedeln“, sagte Sommerfeld. Dafür seien drei Brutpaare am Businesspark entdeckt worden. In der Marsch läge die Anzahl der Brutpaare bei 35    bis 40. „Da es lange kalt war, gehen wir davon aus, dass die Zahl noch steigen wird“, sagte Sommerfeld. Die zahlreichen Besucher, die gestern mit Ferngläsern und Teleobjektiven Ausschau nach dem „Gaukler der Lüfte“ hielten, würde es freuen.

>hambur
g.nabu.de

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