Kicker-Kampf ums Holmer Grün

Machtdemonstration  des in Gründung befindlichen Vereins Sportfreunde Holm am Donnerstagabend bei der Gemeinderatssitzung.
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Machtdemonstration des in Gründung befindlichen Vereins Sportfreunde Holm am Donnerstagabend bei der Gemeinderatssitzung.

Krisensitzung Gemeinderat beschließt: TSV Holm und der Verein in Gründung Sportfreunde Holm sollen an einen Tisch

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25. März 2017, 16:00 Uhr

Der Zoff in der Fußballabteilung des TSV Holm und eine daraus resultierende Austrittswelle (unsere Zeitung berichtete) hat nun auch den Holmer Gemeinderat erreicht. In die Sitzung am Donnerstagabend im Haus der Gemeinde kamen knapp 30 vorwiegend junge Zuhörer. Ihr Ziel: Machtdemonstration. Denn auf der Tagesordnung stand die Beratung darüber, ob der sich in Gründung befindende Verein Sportfreunde Holm die gemeindlichen Sportanlagen nutzten darf. Sie sind seit Januar 2010 per Nutzungsvertrag an den TSV Holm vergeben.

Nun soll es ein Krisengespräch geben. Bürgermeister Walter Rißler (CDU) will beide Sportvereine am Donnerstag, 30. März, an einen Tisch holen. Rißler kann die Verhandlungen nicht selbst führen: Er ist dann im Urlaub. Stattdessen sollen seine Vertreter Uwe Hüttner (CDU) und Dietmar Voswinkel (SPD) die Kontrahenten zu einer Einigung bringen.

Die Zeit drängt, machte Sönke Repenning (Foto), Vorsitzender der Sportfreunde Holm, deutlich. Denn die Kicker wollen ab April wieder spielen. Mit zwei Mannschaften, den 1. Herren und der A-Jugend, wollen die Sportfreunde am Ligabetrieb teilnehmen, sagte Repenning auf Nachfrage dieser Zeitung.

Den ersten Vorstoß hatte Gemeindevertreter Hartmut Kieselbach (Foto), der zwar Mitglied der SPD ist, aber als Fraktionsloser im Rat sitzt, gemacht. In einem Brief vom 1. Februar bat er um Prüfung der Trainingsmöglichkeiten für einen neuen Verein. Als Mitglied im Ausschuss Schule-, Sport- und Kultur sei er von Jugendlichen und Eltern angesprochen worden, ob ein anderer Club ebenfalls die gemeindlichen Sportanlagen nützen dürften. Hintergrund: Kieselbach ist seit 30 Jahren aktiver Fußballer im TSV Holm. Der 72-Jährige hat allerdings in dieser Woche seinen Rücktritt als Jugendobmann erklärt.

Einen Nutzungsantrag hat der Verein in Gründung mit Datum vom 4. März gestellt. In einem Schreiben an Amtsdirektor Rainer Jürgensen vom Amt Geest und Marsch Südholstein (Gums) heißt es: „Am 26. Januar 2017 haben 18 Sportler einen neuen Fußballverein gegründet. Um unseren Sport ausüben zu können, benötigen wir eine wettkampfgerechte Sportstätte.“ Inzwischen habe der Club mehr als 40 Sportler. Ab 1. April wollen die Sportfreunde den Sportplatz Im Sande mit Flutlichtanlage, das Waldstadion und das Umkleidegebäude mit Aufenthaltsraum nutzten. Den Vertrag zwischen Gemeinde und TSV haben die Sportfreunde „extern prüfen lassen“. Ergebnis: Im Vertrag gebe es keinen Hinweis darauf, dass die Gemeinde dem TSV ein alleiniges oder exklusives Nutzungsrecht eingeräumt habe.

In dem Sportfreunde-Schreiben steht zudem, dass es am 28. Februar ein Vorgespräch beider Vereinschef gegeben habe. „Allerdings war der 1. Vorsitzende des TSV Holm, auf Grund der zu erwartenden Konkurrenzsituation, nicht an einer sachlichen Lösung interessiert und hat uns weiter klar zu verstehen gegeben, dass man weitere zielführende Gespräche mit Teilen unseres aktuellen Vorstands kategorisch ablehnt. Damit ist eine gütliche Einigung leider völlig ausgeschlossen.“

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