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Wedel-Schulauer Tageblatt

20. Oktober 2017 | 22:18 Uhr

Selbsthilfegruppe : Kekke Kids gehen an den Start

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Neue Selbsthilfegruppe für Kinder und Jugendliche, deren Elternteil an Krebs erkrankt ist. Kekk-Trägerschaft jetzt im Verein.

shz.de von
erstellt am 06.Feb.2015 | 12:30 Uhr

Wedel | Sie wurden von Bundeskanzlerin Angela Merkel ausgezeichnet und bekamen die Holmer Ehrennadel verliehen – doch sie ruhen sich auf den Lorbeeren nicht aus. Im Gegenteil. Die Kekk-Initiatorinnen Dörthe Bräuner und Leena Molander vergrößern ihr Engagement, nehmen neue Ziele in Angriff.

Kekk steht für Krebskranke Eltern kleiner Kinder und ist eine mittlerweile gut angenommene Selbsthilfegruppe, die Betroffenen durch Austausch Hilfe und Kraft gibt. Bräuner und Molander sind betroffene Mütter und haben diese Gruppe 2011 ins Leben gerufen. Im November 2013 starteten die beiden Frauen gemeinsam mit vielen Helferinnen ein zweites Projekt, nämlich Kekk Cares, bei dem Paten in die Familien gehen und zügig und unkomplizierte Hilfe anbieten, wenn ein Elternteil die Diagnose Krebs erhält.

Jetzt steht das dritte Vorhaben in den Startlöchern: Kekke Kids. Eine Selbsthilfegruppe speziell für Kinder und Jugendliche. „Anders als bei Betroffenen und deren Partnern finden Kinder häufig keine Wege, um ihrem Entsetzen Raum zu geben“, erklärt Evelyn Zimmermann-Uhlenbusch. Die ehemalige Physio- und Tanztherapeutin hat eine Ausbildung zur Lebens- und Trauerbegleiterin absolviert und wird die Gruppe betreuen. Konkrete praktische Erfahrung sammelte Zimmermann-Uhlenbusch unter anderem, indem sie vergangenes Jahr eine Familie begleitete, in der die Mutter an Krebs erkrankte – und verstarb. „Die Kinder wurden verhaltensauffällig – natürlich“, erzählt sie.

Zu den vielen unterschiedlichen Ängsten, die Mädchen und Jungen krebskranker Eltern entwickelten, komme auch noch der Verlust der körperlichen Unversehrtheit von Mutter oder Vater hinzu, mit dem sie zurechtkommen müssten. In der Gruppe könne das Erlebte nicht nur verbal, sondern auch im Spiel oder im Malen verarbeitet werden. „Nach wie vor ist Krebs ein emotionales Tabuthema auch für nichtbetroffene Kinder.“ Die Gruppe zeige den Kindern, dass sie nicht allein sind. Introvertierte profitierten allein vom Zuhören, so Zimmermann-Uhlenbusch.

Die Kekken Kids treffen sich jeden 2. und 4. Dienstag im Monat von 16.30 bis 18.30 Uhr im Wedeler Familienzentrum Spatzennest, Buchsbaumweg 9, zum ersten Mal am 31. März. Drei Familien haben bereits Interesse bekundet. „Wir starten mit der Altersstufe 10 bis 15 Jahre, aber ich bin flexibel“, sagt Zimmermann-Uhlenbusch, „und Jugendliche haben auch eine große Toleranz.“

Mit der Einrichtung der neuen Gruppe startet gleichzeitig eine zweite Neuerung: Die drei Angebote firmieren jetzt unter dem Dach eines Vereins. Im August war Gründungsversammlung von „Kindesglück und Lebenskunst“, Anfang Februar wird die Trägerschaft eingetragen sein, mit Bräuner als Erster und Molander als Zweiter Vorsitzenden. Doch auch danach ist das Engagement der Frauen nicht erschöpft. „Leben bedeutet Entwicklung“, sagen sie, und: „Ideen sind da.“  

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