„DRK baut identisches Angebot auf“ : Kekk-Frauen in Holm pochen auf Alleinstellungsmerkmal

Die Nachfrage wächst kontinuierlich, der Verein ist gut aufgestellt: Dörthe Bräuner (links) und Leena Molander vorm Holmer Gemeindehaus, dem Treffpunkt der Selbsthilfegruppe.
1 von 2
Die Nachfrage wächst kontinuierlich, der Verein ist gut aufgestellt: Dörthe Bräuner (links) und Leena Molander vorm Holmer Gemeindehaus, dem Treffpunkt der Selbsthilfegruppe.

Unterstützung für Familien mit Krebs: Kekk-Frauen pochen auf eindeutige Unterscheidung. Familienpaten dringend gesucht.

shz.de von
02. Juli 2015, 10:00 Uhr

Holm | Einerseits freuen sich Dörthe Bräuner und Leena Molander, andererseits sind die beiden Initiatorinnen der Selbsthilfegruppe für krebskranke Eltern kleiner Kinder (Kekk) auch verärgert. Der DRK-Landesverband hat ihre Familienpaten-Idee Kekk-Cares übernommen (wir berichteten). Wie die beiden Holmer vermittelt er jetzt auch ehrenamtliche Helfer, die sich für Kinder krebskranker Eltern extra Zeit nehmen, mit ihnen spielen, basteln, sie für Stunden ihre schwierige Lebenssituation vergessen lassen.

„Außerhalb des Kreises baut der DRK ein identisches Angebot auf“, erklärt Molander. Das sei gut. „Wir finden es schön, wenn viele von unserer Idee profitieren.“ Die Art und Weise allerdings, wie die Rotkreuzler das machten, sei nicht so fein, so Bräuner. Das DRK-Projekt nennt sich „Unterstützung krebserkrankter Eltern mit kleinen Kindern“. Es bestehe Verwechslungsgefahr für Familien und, besonders wichtig, für Spender, so die Kekk-Frauen. Das Angebot müsste sich im Titel komplett unterscheiden, fordern sie. Und sie kündigen an: „Was genau, wissen wir noch nicht, aber wir werden was tun.“

Mit dem Kreis-DRK liegen Bräuner und Melander bereits im Clinch. Ursprünglich war ihre Kekk-Cares-Initiative dort logistisch eingebunden. Doch es gab Abstimmungs- und Kompetenzgerangel. Die Holmerinnen trennten sich vom DRK-Kreisverband und gründeten Anfang 2015 ihren eigenen Verein „Kindesglück und Lebenskunst“. Der beherbergt jetzt drei Projekte. Zur Selbsthilfegruppe krebskranker Eltern und den Familienpaten sind noch die Kekken Kids hinzugekommen, eine Selbsthilfegruppe betoffener Kinder als therapeutisch angeleitete Lebensbegleitung.

„Auskunftsklage“ in Vorbereitung

Seit der Trennung streiten sich die Kekk-Frauen um Spendengelder, die auf die DRK-Konten eingingen. Am 23. Juni sei ihnen eine Summe zurücküberwiesen worden, berichten sie. Doch zu wenig. Molander: „Wir haben mehr Geld auf die Kostenstelle weitergeleitet.“ Etwa doppelt so viel, schätzt sie. Seit Januar läuft die Auseinandersetzung. Jetzt wollen die beiden juristische Mittel anwenden: „Wir haben uns entschlossen, beim Amtsgericht eine Auskunftsklage einzureichen.“ Die soll ihnen Einblick in die Konten geben. Prinzipiell stehe der Verein gut da, berichten sie.

Vom DRK-Ortsverband Wedel wiederum werden die Koordinatorinnen unterstützt. Die Kekken Kids haben Unterschlupf im DRK-Familienzentrum Storchennest gefunden. Nach den Sommerferien geht’s wieder los: Alle zwei Wochen zwei Stunden Lachen und Leben mit Gleichgesinnten in gleicher Lebenslage. „Das stärkt die Ressourcen der Kinder“, erläutert Molander.

Noch stärker als die Kekken Kids expandiert die Unterstützer-Initiative. „Unser größter Wunsch sind neue Paten für Kekk-Cares“, sagt Bräuner. Die Nachfrage steige kontinuierlich, jeden Monat käme durchschnittlich eine Familie hinzu, die Hilfe benötigt. Sogar aus dem Hamburger Osten meldeten sich Betroffene. Darauf könnten sie aber nicht eingehen. Acht Paten sind derzeit kreisweit im Einsatz. Vorbedingung für die Hilfe: „Freude im Umgang mit Kindern“, so die Frauen. Die Paten seien keine Haushaltshilfen. Es gehe ausschließlich um die Betreuung der Kinder. Entweder beschäftigen sich die Helfer in deren heimischer Umgebung mit ihnen, oder sie machen Ausflüge. „Auslagen und Fahrtkosten erstatten wir“, betonen die Holmerinnen. 

Weitere Informationen geben Dörthe Bräuner unter Telefon 0151-22726347 und Leena Melander unter Telefon (0151)22724906 sowie die Homepage: www.kekk-kul.de
zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen