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Wedel-Schulauer Tageblatt

23. Oktober 2017 | 23:02 Uhr

Holm : Kekk Cares im Streit mit dem DRK

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Arbeit im Paten-Programm läuft trotz des Streits mit dem Kreis-DRK.

shz.de von
erstellt am 22.Apr.2015 | 16:00 Uhr

Holm | Krebskranken Eltern kleiner Kinder helfen – die Idee von Leena Molander und Dörthe Bräuner schlug ein. Inzwischen haben die Holmerinnen drei Projekt am Start, die nun in dem am 1. Februar gegründeten Verein „Kindesglück und Lebenskunst“ unter einem Dach vereint sind. Den Namen „Kekk“ hatten sie sich 2011 vorsorglich beim Patentamt schützen lassen. Jetzt streiten darum die Juristen.

Das 2013 gegründete Projekt Kekk Cares – es vermittelt ehrenamtliche Familienpaten – war auf ihre Initiative hin ursprünglich beim DRK-Kreisverband angesiedelt worden. Ein Vertrag sei nicht unterzeichnet worden. Ziel war es, das Netzwerk des DRK zu nutzen.

Doch schnell kam es zu Reibungsverlusten, Bäuner und Molander fühlten sich in ihrer freien Entfaltung und Kreativität gebremst. „Wir sollten alles absprechen“, klagte Molander gestern in einem Pressegespräch. Die beiden Frauen, die im Juni 2014 im Bundeskanzleramt im Rahmen des Wettbewerbs Start Social ausgezeichnet wurden und im Januar die Holmer Ehrennadel erhielten, sprühen vor Ideen. „Aber wir bekamen keine Anerkennung“, klagte Bräuner. Wohl aber eine Einladung nach Kiel zum DRK-Landesverband. Bräuner: „Wir hätten dann unser Projekt aus den Händen geben sollen.“ Das wollten sie nicht, erklärten das Aus der Partnerschaft. Molander: „Es wäre nicht mehr unsers gewesen.“

Doch so einfach wollte der DRK-Kreisverband nicht aufgeben, schildern die Kekk-Frauen. Um sich nicht zu belasten, engagierten sie einen Rechtsanwalt. „Uns wurde gesagt, das Konzept sei vom DRK entwickelt worden und das Copyright liege beim DRK“, sagte Anwalt Mikael Witthuhn.

Wie hoch die eingegangenen Spenden sind, wissen die Kekk-Frauen nicht. Witthuhn: „Das DRK weigert sich auf Biegen und Brechen, das Geld herauszugeben.“ Das führte inzwischen soweit, dass Spender selbst beim DRK vorstellig wurden, auf Rückgabe pochten, um es dann an den Verein weiterzuleiten. „Wir haben das Geld zum Teil selbst überwiesen“, sagt Bräuner. Beispielsweise 1350 Euro von einem Benefiz-Konzert des Holmer Rettungswesten-Herstellers Bernhardt Apparatebau.

Witthuhn ist empört über das Verhalten des Sozialverbands: „Ich finde das mit den Spenden ziemlich daneben. Wenn es im Kleinen so läuft, möchte ich nicht wissen, wie es im Großen ist.“

Auf Nachfrage bestätigte DRK-Kreischef Wolfgang Krohn die Spender-Anfragen. Das Geld sei beim DRK eingegangen, und es sei nicht möglich, es an einen privaten Verein auszukehren. Eine Rücküberweisung an die Spender sei intern diskutiert worden. Krohn bedauert den Rückzug: „Ich weiß nicht, warum sie sich von uns gelöst haben.“ Das DRK habe viel investiert, eine hauptamtliche Kraft abgestellt. Die zehn Familien-Paten halten übrigens zu Bräuner und Molander: „Wir machen weiter wie bisher.“

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