Keine Wohnungen am Marienhof

Nahversorger-Neubau: Investor hält an Ursprungsplanung fest / Wohnbebauung laut Stadt nicht umsetzbar

shz.de von
20. Juni 2018, 16:00 Uhr

Absage an SPD, Grüne und Linke in Sachen Wohnungsbau am Marienhof: Die drei Fraktionen hatten dafür plädiert, den geplanten Neubau eines Einkaufskomplexes für Edeka, Aldi und einen Drogeriemarkt mit der Schaffung von Wohnraum zu verknüpfen. In dem Entwurf für die Einleitung eines vorhabenbezogenen B-Plan-Verfahrens, das das Projekt ermöglichen soll, ist jedoch nur von der Schaffung planungsrechtlicher Voraussetzungen für die Erweiterung der bestehenden Einzelhandelsflächen die Rede. Von Wohnungsbau sehe der Vorhabenträger ab, heißt es in der Vorlage für den Planungsaussschuss. Zudem sei dies planungsrechtlich am Marienhof nicht möglich, ergänzt die Verwaltung.

Als Grund für ihr Nein zu Wohnungen führt die Terra Grundstücksgesellschaft Zwönitz mbH Weimar als Vorhabenträger laut Verwaltung Nutzungskonflikte der Umgebung an. Zudem sieht das vorgelegte Konzept, das grundsätzlich von Wedels Politik begrüßt wurde (wir berichteten), Parkplätze auf dem Dach des Komplexes vor. Dies sei mit Wohnungen in weiteren Geschossen nicht mehr umsetzbar, so der Bauherr. Darüber hinaus würden Baukosten erhöht, die über die zu erzielenden Mieten nicht amortisiert werden könnten.

Für die Stadt ist nach eigener Aussage eine Kombination von Einzelhandel und Wohnungen generell gut vorstellbar. Sie verweist auf das Beispiel Bahnhofstraße. Der Ursprungsplan weise jedoch das Areal als Gewerbegebiet aus, in welchem allgemeines Wohnen unzulässig sei. Es sei aufgrund der Lage innerhalb eines bestehenden und festgesetzten Wohngebiets mit Emissionen und Immissonen zu rechnen, die „mit einer Wohnbebauung nicht in Einklang zu bringen sind“, heißt es seitens der Stadt.

Alternative zur B-Plan-Änderung wäre laut Verwaltung, Planungsrecht und Gebäudebestand zu belassen, wie sie sind – und damit mögliche gravierende Folgen in Kauf zu nehmen. „Die Konsequenz wäre eventuell die Aufgabe des Standortes als Einzelhandel“, heißt es in der Beschlussvorlage. Der Planungsausschuss tagt am Dienstag, 26. Juni, öffentlich. Die Sitzung im Ratssaal beginnt um 18 Uhr.

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