Keine Wettrennen gegen Schafe

In der Bekstraße war Start für die Teilnehmer, die zwischen 50, 85, 125 und 154 Kilometer langen Routen wählen konnten.
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In der Bekstraße war Start für die Teilnehmer, die zwischen 50, 85, 125 und 154 Kilometer langen Routen wählen konnten.

400 Teilnehmer starten bei der Radtourenfahrt / Haseldorf hatte Bedenken gegen Streckenführung

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14. Mai 2019, 16:00 Uhr

Wedel | „Auf dem Deich stehen Schafe und die sind sehr eigenwillig. Fahr keine Rennen gegen sie, sondern steigt notfalls ab und schiebt mal 20 Meter. Ich will nicht, dass die Tiere in eine Gruppe reinlaufen“, gab Wilfried Weitz (kleines Foto), Vorsitzender der Rad-Gemeinschaft Wedel jedem der etwa 400 Teilnehmer der Radtourenfahrt mit auf dem Weg. Ansonsten mahnte er, sich an die geltende Straßenverkehrsordnung zu halten. „Wir hatten noch nie einen schweren Unfall bei unseren Touren und so soll es auch bleiben“, sagte Weitz. „Dass mal jemand vom Fahrrad fällt, gehört dazu. Es ist ja Sport.“

Über 50, 85, 125 und 154 Kilometer erstreckten sich die Routen, für die sich die Fahrer entscheiden konnten. „Die schönste ist die 154er mit Verpflegung im Segelklub und Blick auf die Stöhr, ruhig, verkehrsarm und die Peterswerft, wo die Peking derzeit liegt, wurde auch passiert“, berichtete Weitz. Etwa 45 Helfer sorgten Sonntag für einen reibungslosen Ablauf.

In Klein-Nordende, Appen und in Wewelsfleth wurden Versorgungsstationen aufgebaut. Wassermelonen, Bananen, Äpfel, belegte Brote, Laugenstangen und vieles mehr standen für die Radler bereit. „Bei Fahrten in Nordrhein-Westfalen gibt es teilweise nur Wasser und Kekse. Wir verwöhnen unsere Teilnehmer schon ein bisschen“, sagte Weitz lachend. Für Getränke mussten die Fahrer allerdings ihre eigenen Flaschen mitbringen. „Wir verzichten auf Plastikbecher. In der Vergangenheit hatten wir einen Transporter, der fast nur Müll gefahren hat. In den vergangenen zwei Jahren wurde das sehr gut angenommen“, sagte Weitz. Auch auf Plastikgeschirr werde verzichtet. „Es gibt mittlerweile auch Messer und Gabeln aus Holz. Es wird so viel Müll produziert. Das muss doch nicht sein“, sagte Weitz.

Während der Großteil der Fahrer von Wedel aus startete, schlossen sich einige Gruppen unterwegs an. „Wir haben zwei große Gruppen aus Klein-Nordende und Kaltenkirchen, die von dort starten und die Runde dann über Wedel wieder nach Hause fahren. Es macht ja keinen Sinn, wenn die Fahrer erst mit dem Auto nach Wedel fahren. Das ist ökologisch auch Blödsinn“, sagte Weitz.

In mehreren Gruppen wurden die Fahrer zwischen zehn und 75 Jahren auf die Strecke geschickt. Die Hansestadt Hamburg hatte als Auflage für die Genehmigung der Veranstaltung vorgeschlagen, maximal Zehnergruppen zu starten – alle fünf Minuten. „Dann würde das ganze zwei Stunden dauern und die ersten Fahrer wären wieder hier bevor die letzten gestartet sind“, sagte Weitz und war sicher: „Wir schicken sie erstmal auf den Deich. Da entzerrt es sich ohnehin. Zudem hat bei einer Radtourenfahrt eigentlich keiner Lust in einer Gruppe von mehr als zehn bis 15 Fahrern unterwegs zu sein.“ Richtig geärgert habe ihm die Stellungnahme der Gemeinde Haseldorf, die beim Kreis Pinneberg als Genehmigungsbehörde Bedenken wegen der Streckenführung angemeldet hatte. Die Gemeinde hatte Probleme mit parkenden Fahrzeugen im Altenfeldsdeich als Grund angegeben. „Wir sind da durch bevor es in die Kirche geht. Da ist um die Zeit nichts los“, sagte Weitz. „Haseldorf ist, was Radfahrer angeht, sehr speziell.“ Mehrmals habe er bereits das Gespräch mit den Gemeindevertretern gesucht.

„Es ist kühler als erwartet, aber man kann sich an- und ausziehen. Auf dem Rad wird einem schon warm“, sagte Weitz. „Ich bin sehr zufrieden. Das wichtigste ist, dass es trocken bleibt und da haben wir richtig Glück gehabt.“
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www.radgemeinschaft-wedel.de

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