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Wohnraum in Wedel : Keine Sozialwohnungen in Elbnähe

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Schneider Vermögensverwaltung will das Baurecht an der Hafenstraße: CDU, FDP und WSI geben grünes Licht für den B-Plan.

Wedel | Gut 60 neue Wohnungen in Elbnähe plant die Schneider Vermögensverwaltung zwischen Hafenstraße und Schulauer Straße: Eine Vision, die grundsätzlich Anklang findet bei Wedels Politik. Wäre da nicht die zurzeit über allen Vorhaben schwebende Frage der sozialen Wohnraumförderung. Eben die stelle sich für dieses Projekt nicht, machte Justin Behrend aus dem zuständigen Hamburger Büro Architektenpartner im Planungsausschuss klar. Eine Aussage, die SPD und Grüne so nicht akzeptieren wollten. Sie stimmten daher gegen einen entsprechenden B-Plan-Entwurf.

Dass der Entwurfsbeschluss dennoch mehrheitlich abgesegnet wurde, geht auf die Zustimmung von CDU, WSI und FPD zurück. Christdemokrat Kai Burmester ließ wissen, seiner Partei würden die Pläne „gut gefallen“. Die sehen fünf vier- und fünfgeschossige Mehrfamilienhäuser plus Staffelgeschoss für den Bereich vor, in dem heute in zweiter Reihe zwischen Wohn- und Gewerbebauten die markante Sheddach-Halle steht. Das entspreche mit Gebäudehöhen von 22,5 bis 28,5 Metern etwa den Höhen vom Ladiges Elbpark bis zu den Schneider-Bauten am Ausgang der Hafenstraße. Gut 1600 der 6127 Quadratmeter sollen den neuen Häusern vorbehalten sein. Geplant sind Zwei- bis Viereinhalb-Zimmer-Wohnungen. Mindestens zehn Prozent werden rollstuhlgerecht gebaut. Allesamt sollen Mietwohnungen werden, die die Schneider Vermögensverwaltung im eigenen Bestand halten möchte.

Zwar habe man sozialen Wohnungsbau geprüft, sich aber für einen alternativen Weg ohne Fördermittel entschieden, so Behrend. Er verdeutlichte: Die Investitionen von Seiten des Bauherren seien sehr hoch und an vielen Stellen nicht zu beeinflussen. Ein Beispiel war der Abbruch der „sehr massiven“ Sheddachhalle.

Darin finde sich die komplette Heizungsanlage für die umliegenden Komplexe, welche vor Abriss neu konzipiert und ersetzt werden müsse. Wenn die derzeit generelle Forderung von 30 Prozent gefördertem Wohnungsbau angesetzt werde, würde dies bedeuten, dass 70 Prozent hochpreisige Eigentumswohnungen übrig blieben: „Das kommt für die Schneider Vermögensverwaltung nicht infrage“, so Behrend. Vielmehr seien viele kleine und mittlere Wohnungen mit moderaten Mieten vorgesehen.

Was denn moderat heißen solle, wollte Manfred Eichhorn (SPD) wissen. Antwort: 11,50 Euro pro Quadratmeter. „Das ist hochpreisig für mich“, gab Eichhorn zurück. Ihn würden die Argumente gegen geförderten Wohnungsbau nicht überzeugen. Auch Olaf Wuttke (Grüne) erklärte: „Auf solche Projekte hat Wedel lange genug gesetzt – mit Schlagseite. Diese Mieten schließen ein Drittel der Bevölkerung aus.“ Auch städteplanerisch sei der Entwurf „eintönig und langweilig“, so Wuttke. „Wenn schon die Sheddachhalle wegkommt, hätte ich mir ein bisschen Kreativität erhofft.“

2016 soll mit dem Abriss der derzeit gewerblich genutzten Sheddachhalle begonnen werden, um in einem ersten Abschnitt drei Häuser mit 42 Wohnungen zu realisieren. Für einen mögliche zweiten Bauabschnitt wird auch das Hotel Senator Marina überplant. Er soll laut Angaben der Schneider Vermögensverwaltung nur realisiert werden, wenn sich der aktuell lukrative Hotelbetrieb irgendwann nicht mehr rechnen sollte.
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erstellt am 30.Sep.2014 | 16:00 Uhr

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