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Wedel-Schulauer Tageblatt

15. Dezember 2017 | 15:57 Uhr

SC-Rist Wedel : Kein Verkauf von Steinberg 8

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Der Sportverein möchte die Option auf eine neue Halle bewahren. Vorsitzende appelliert in offenem Brief an die Entscheidungsträger, das städtische Grundstück nicht zu veräußern.

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2015 | 17:30 Uhr

Wedel | Sporthalle statt Notunterkünfte? „Die Zukunft des Vereinssports in Wedel wird mit dem geplanten Verkauf des Grundstücks Steinberg 8 unnötig gefährdet“: Unter dieser Überschrift bekamen die Kommunalpolitiker Post vom SC Rist. Dessen Vorsitzender Gernot Guzielski appelliert in dem offenen Brief an die Entscheidungsträger, das städtische Grundstück, das mit Mehrfamilienhäusern für Flüchtlinge bebaut werden soll, nicht zu veräußern. Denn auch die Sportvereine litten Not, gibt Guzielski zu Bedenken: Alle Wedeler Vereine benötigten dringend eine zusätzliche Sporthalle. Die ließe sich an diesem Standort mit sehr günstigen Mitteln realisieren, denn durch die angrenzende Steinberghalle seien Umkleiden sowie sanitäre Einrichtungen bereits vorhanden.

Dem SC-Rist-Chef geht es in dem Brief auch um das Sportvereinswesen an sich: Das stehe vor dem Kollaps, weil es aus dem Teufelskreis von sinkenden Mitgliederzahlen und steigenden Kosten nicht herauskomme. Der Ganztagsbetrieb an Schulen beschränkt die Zeit für Vereinssport auf wenige Stunden. In denen stünden dann zu wenige Plätze in den Hallen zur Verfügung. Weniger Mitglieder bedeuteten weniger Beiträge und das heiße weniger attraktive Angebote. Zudem stiegen die Ausgaben für Übungsleiter, weil ältere Schüler und Studenten wegbrächen. „Die Öffentlichkeit und die Politik müssen sich klar darüber werden, ob das Vereinsmodell überhaupt noch als gut geeignete Unterstützung der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gewünscht ist“, schreibt Guzielski.

Sein Wunsch nach einer Sporthalle in Steinberg 8 sei auch schwierig, weiß der Vereinsvorsitzende: „Selbstverständlich ist es sehr unglücklich, dass hier die Interessen von Sportvereinen mit denen der Unterbringung von Hilfesuchenden kollidieren.“ Deshalb plädiere der SC-Rist als vorübergehende Lösung für Container. „Aber der Verkauf des Grundstücks für den Bau von massiven Wohngebäuden halten wir für einen großen Fehler“, so Guzielski.

„Steinberg gehen wir definitiv an“, bekräftigte Bürgermeister Niels Schmidt auf Tageblatt-Nachfrage. Für Flüchtlingsunterkünfte habe der Standort obere Priorität. Da es politische Absicht sei, nicht mehr mit Provisorien wie Containern zu arbeiten, sondern festen Wohnraum mit der Möglichkeit der Folgenutzung zu schaffen, werde dort gebaut. Wie berichtet, hat die Stadt die Option für ein Investoren-Modell überprüft. Ob das städtische Grundstück verkauft wird, entscheide die Politik, so Schmidt. Der Bebauungsplan des Gebiets sehe Wohnbebauung vor. Derzeit werde er überarbeitet. Aber nicht in Hinblick auf eine inhaltliche Veränderung.

Generell dämpfte Schmidt die Hoffnungen auf eine neue Sporthalle: „Meiner Auffassung nach werden wir aus finanziellen Gesichtspunkten heraus in den nächsten fünf Jahren keine Halle bauen können“, bekannte er. Das habe er auch den SC-Rist-Verantwortlichen gesagt, mit denen er vorgestern Abend ein offenes und ehrliches Gespräch führte. Den Druck und die Not der Sportvereine sehe er, so der Verwaltungschef. Er wolle sich dafür Einsetzen, dass deren Situation ins Bewusstsein der Politik komme.  

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