Heist : Kein Platz für eine Hundeschule

Susanne Gerlach fühlt sich zwar im Heistmer Gewerbegebiet wohl,aber es war von Anbeginn eine Interimslösung.
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Susanne Gerlach fühlt sich zwar im Heistmer Gewerbegebiet wohl,aber es war von Anbeginn eine Interimslösung.

Zu einem Aktionstag für den Erhalt ihrer Hundeschule ruft Susanne Gerlach aus Heist auf. Die Hundetrainerin sucht seit vier Jahren ein geeignetes Areal, scheiterte bisher aber immer an gesetzlichen Auflagen.

shz.de von
28. Mai 2015, 10:00 Uhr

Heist | Susanne Gerlach ist mit ihrem Latein am Ende. Seit vier Jahren ist sie auf der Suche nach einem neuen Gelände, auf dem sie ihre Hundeschule weiterführen kann – bisher erfolglos. Nun hat sich die Heistmerin an die Landtagsabgeordneten gewandt und ruft zudem Hundehalter auf, am Mittwoch, 3. Juni, an einem Aktionstag für den Erhalt der Hundeschule teilzunehmen.

Seit fünf Jahren widmet sich Gerlach der Ausbildung von Hunden, seit viereinhalb Jahren hat sie ihr 2500 Quadratmeter großes Trainingsgelände im neuen Heistmer Gewerbegebiet, Kreuzweg 44. Weil der Besitzer Eigenbedarf angemeldet hat, wird sie das Areal räumen müssen. Alle Versuche, einen neuen Standort in der Region zu finden, waren bisher erfolglos – trotz Unterstützung von Bürgermeister Jürgen Neumann (CDU) und dem Gemeinderat. „Ich wusste von vornherein, dass ich nicht hier bleiben kann und habe mich sofort um eine Dauerlösung bemüht“, sagt Gerlach. Geeignete Flächen gibt es genug – aber bisher scheiterte die Umsetzung stets an Auflagen seitens des Gesetzgebers. „Es ist ein Gewerbe“, sagt Gerlach. Deshalb werde empfohlen, ins Gewerbegebiet zu gehen. Das sei aber nicht finanzierbar, so die Hundetrainerin. Was sie braucht ist ein etwa 2500 Quadratmeter großes Areal, das mit einem 1,80 Meter hohen Zaun umgeben werden kann – wie in Heist. Auch eine Blockhütte sei notwendig, die bei schlechtem Wetter Schutz biete.

Gerlachs Plan sich auf dem Flugplatz anzusiedeln scheiterte, weil die Untere Umweltschutzbehörde ihr Veto einlegte – es wäre zu dicht am Tävsmoor. Ideal sei ein Gelände im Außenbereich, so Gerlach. Auch diese Versuche scheiterten, diesmal lag es an der Kreisverwaltung. Die Heistmer Kommunalpolitiker wollten helfen – und änderten sogar den Flächennutzungsplan, damit Gerlach im Heideweg siedeln kann. Das Verfahren dauerte eineinhalb Jahre, Gerlach investierte etwa 2000 Euro, Rechtsanwaltskosten nicht mitgerechnet: „Dann habe ich einen Bauantrag gestellt und bekam Auflagen vom Kreis, die man nicht umsetzen kann.“

Rainer Jürgensen, Amtsdirektor des Amtes Moorrege, findet es schade, dass bisher kein Gelände gefunden werden konnte. Immerhin sind in den sieben amtsangehörigen Gemeinden 1643 Hunde registriert. Und es gebe eine hohe Dunkelziffer. „Wir versuchen händeringend zu helfen, ich sehe auch eine Chance zur Rettung“, sagt er. Der Verwaltungschef hat selbst zwei Hunde und wird am Aktionstag teilnehmen, ebenso wie der Heistmer Bürgermeister. Die CDU-Landtagsabgeordnete Barbara Ostmeier hat gestern zugesagt. „Ich bitte um Unterstützung, damit es weitergehen kann“, sagt Gerlach. Los geht das Treffen im Kreuzweg 44 um 19 Uhr.

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