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Wedel-Schulauer Tageblatt

19. Oktober 2017 | 22:30 Uhr

Astra Zeneca : Kein Jobabbau in Wedel

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Gerüchte um um neue Stellenstreichungen. Der Betriebsrat muss schweigen – und zieht vor Gericht. Schmidt sieht den Standort aber gesichert.

shz.de von
erstellt am 26.Sep.2014 | 10:00 Uhr

Wedel | Droht erneut ein massiver Stellenabbau bei Astra Zeneca? Sollen 300 Beschäftigte beim Pharmakonzern den Job verlieren? „Ich habe keine Veranlassung, diese Gerüchte, die zurzeit im Umlauf sind, zu dementieren. Allerdings kann ich sie auch nicht bestätigen“, sagt Betriebsratschef Frank Gotzhein dazu auf Nachfrage. Auch der Pressesprecher des Konzerns, Sebastian Schaffer, hält sich bedeckt.

Allerdings gibt er in Bezug auf die Wedeler Niederlassung, die zugleich deutsche Firmenzentrale von Astra Zeneca ist, eine deutliche Entwarnung: „Einen Stellenabbau am Standort Wedel kann ich ausschließen“, sagt Schaffer.

Keine Entlassungen in Wedel: Sowohl die Beschäftigten hier als auch die Stadt können aufatmen. Anderswo aber verdichten sich die Anzeichen für einen Stellenabbau. Laut verschiedenen Medienberichten hatte der Betriebsrat die Belegschaft darüber informiert, dass der Konzern „einschneidende Maßnahmen“ plane. Darüber hinaus aber dürfe die Arbeitnehmervertretung nichts Weiteres sagen. Keine Details. Die Firmenleitung hatte die Gespräche als Betriebsgeheimnis ausgewiesen. Bedeutet: straf- und haftungsrechtliche Konsequenzen, wenn Inhalte ausgeplaudert werden.

Dagegen geht der Betriebsrat gerichtlich vor: „Wir haben ein Beschlussverfahren beim Arbeitsgericht eingereicht“, berichtet Gotzhein. Geklärt werden soll, ob der Sachverhalt geheimhaltungspflichtig ist. Außerdem werde mit der Auferlegung dieser Geheimhaltungspflicht die Arbeit des Betriebsrats behindert, so der Betriebsratschef. Der erste Verhandlungstermin steht bereits fest: Donnerstag, 9. Oktober, 10 Uhr, Arbeitsgericht Elmshorn.

Am Standort Wedel arbeiten nach Schaffers Angaben zurzeit rund 400 Mitarbeiter in den Bereichen Verpackung / Produktion und Innendienst. Wenn hier keine Stellen abgebaut werden, deutet alles darauf hin, dass das Gerücht um den Wegfall von 300 Arbeitsplätzen den Außendienst des Pharmaunternehmens trifft. Laut Gotzhein sind etwa 400 Astra Zeneca-Mitarbeiter Außendienstler.

Nach 2012, als 400 von seinerzeit 1025 Stellen deutschlandweit gestrichen wurden, drohen möglicherweise erneut Entlassungen und Turbulenzen bei Wedels Steuerriesen: Wie kommt diese Nachricht bei der Stadt an? Wedel sei nicht im Detail, jedoch grundsätzlich über die unternehmerischen Planungen des Konzerns informiert, sagte gestern Bürgermeister Niels Schmidt auf Anfrage diese Zeitung. „Aus Wedeler Sicht gibt es jedoch keine neuen Hiobsbotschaften.“ Sollten die Entlassungsgerüchte allerdings zutreffen, wäre dies „für die Betroffenen alles andere als erfreulich“, so Schmidt.

Auch nach seinen Informationen werde der Verbleib des Unternehmens in der Stadt nicht infrage gestellt. Im Gegenteil sei der Standort durch neue Großaufträge für die Verpackung und Neueinstellungen in dem Bereich erst im Sommer gestärkt worden. Laut Schmidt sind Prognosen und Entwicklungen von Astra Zeneca in die aktuellen Finanzplanungen der Stadt eingeflossen und müssten nicht korrigiert werden. „Allerdings ist sowas natürlich immer nur eine Momentaufnahme“, so der Verwaltungschef.

Vor drei Jahren wurde bereits ein externer Anbieter installiert, der Außendienstler als Leiharbeiter beschäftigt. Santis Kräfte arbeiten exklusiv für Astra Zeneca, erklärt Gotzhein. Die Gesellschaft expandiert.

Die Astra Zeneca GmbH in Wedel/Schleswig-Holstein ist die deutsche Tochtergesellschaft des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens AstraZeneca PLC, London. AstraZeneca gehört mit einem Konzernumsatz von rund 26 Milliarden US-Dollar (2013) laut Eigenauskunft weltweit zu den führenden Unternehmen der forschenden Arzneimittelindustrie. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt innovative Arzneimittel zur Behandlung von Krankheiten im Bereich Herz-Kreislauf und Diabetes, der Onkologie, der gastrointestinalen- und Atemwegserkrankungen sowie für die Behandlung von Schmerz- und Infektionskrankheiten.
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