Umfahrung Wedel : Kein Geld vom Bund?

Valerie Wilms, Grünen-Bundestagsabgeordnete, konnte Bürgermeister Niels Schmidt keine guten Nachrichten zum Wedeler Dauerbrennerthema Nordumfahrung überbringen.
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Valerie Wilms, Grünen-Bundestagsabgeordnete, konnte Bürgermeister Niels Schmidt keine guten Nachrichten zum Wedeler Dauerbrennerthema Nordumfahrung überbringen.

Grünen-Bundestagsabgeordnete Valerie Wilms sieht kaum Chancen auf eine Realisierung über den neuen Verkehrswegeplan.

shz.de von
13. Juni 2014, 10:00 Uhr

Wedel | Keine frohe Kunde, die Grünen-Bundestagsabgeordnete Valerie Wilms aus Berlin mit in ihre Heimatstadt Wedel brachte. „Ich sehe nur geringe Chancen, dass das Projekt über Bundesmittel realisierbar ist“, sagte die Wedelerin gestern bei ihrem ersten Besuch bei Bürgermeister Niels Schmidt nach ihrer Wiederwahl. Laut Wilms, Mitglied und Obfrau im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur, ist derzeit nicht absehbar, ob die B 431-Verlegung, die jahrelang in der Kategorie vordringlicher Bedarf vermerkt war, überhaupt wieder in den Bundesverkehrswegeplan (BVWP) aufgenommen wird.

Zwar sei die Nordumfahrung tatsächlich angemeldet, so Wilms – laufende Nummer SH 27. Doch finde sich das Bauvorhaben nicht in der Gruppe der Projekte, die auf jeden Fall in den BVWP kommen, sondern sei als „zu untersuchendes Vorhaben“ eingestuft.

Als solches folge nun eine volkswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Rechnung. Dies treffe alle Projekte, die sich bereits im Bau befänden oder für die es noch kein Baurecht gebe.

Zudem gebe es die neue Kategorie „vordringlicher Bedarf plus“, in die 80 Prozent der Neuinvestitionsmittel fließen würden, sagte Wilms, die daran erinnerte, dass der BVWP zehnfach überzeichnet ist. Projekte außerhalb der Kategorie „vordringlicher Bedarf plus“ hätten für die Geltungszeit des BVWP, also 15 Jahre, praktisch keine Aussicht auf Geld aus Berlin. Und Vorhaben, die der Bestandserhaltung dienten, hätten klare Priorität. Wobei ein absehbares Großvorhaben wie die marode Rader Hochbrücke aktuell noch gar nicht berücksichtigt sei. Ortsumgehungen dagegen würden massiv zurückgefahren, so Wilms. Geplant sei, den Bundesverkehrswegeplan bis 2015 aufzustellen.

Wedel werde trotzdem jetzt nicht aufgeben, so Schmidts Reaktion auf diese Nachrichten. Es sei nun umso wichtiger, den eingeschlagenen Weg der Doppel-Strategie weiter zu verfolgen, die auch die Möglichkeit der Privat-Finanzierung einer Erschließungsstraße auf der Nordumfahrungstrasse vorsehe. Auch diese Form der Verbindung schaffe Entlastung für die Altstadt, sagt Schmidt.

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