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Wedel-Schulauer Tageblatt

18. Oktober 2017 | 15:43 Uhr

Kein Angebot für einen Neubau

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Vorwurf Bürgermeister werden falsch beraten / Moorrege stemmt sich gegen den Bau eines neuen Amts-Rathauses

Mit dem neuen Jahr kommt auch eine Neuordnung für das bisherige Amt Moorrege. Es gibt nicht nur eine Umbenennung in Amt Geest und Marsch Südholstein (Gums), sondern auch einen Zuwachs an Mitgliedern durch die Auflösung des Amts Haseldorf (unsere Zeitung berichtete). Wie sich das auf die räumliche Situation des Verwaltungssitzes in der Moorreger Amtsstraße auswirken wird, ist eines der am heißest diskutierten Themen, nicht nur in den Reihen der Kommunalpolitiker. „Ich werde von allen Seiten angesprochen, so etwas habe so noch nicht erlebt“, berichtete Moorreges CDU-Fraktionschef Georg Plettenberg. Die Position seiner Partei ist klar: Nein zum auf zehn Millionen Euro geschätzten Neubau, ja zu einer preisgünstigen Erweiterung. Klar ist zudem auch, dass Moorrege keinen Ausweich-Standort anbieten wird. „Wir brauchen kein neues Rathaus für das Amt“, so Plettenberg.

Mit Schreiben vom 7. Dezember hatte Amtsdirektor Rainer Jürgensen alle zehn ab Januar zum Amt Gums gehörenden Kommunen aufgefordert, Vorschläge für ein Grundstück zum Neubau abzugeben. Bis Mittwoch, 4. Januar, sollen die Angebote an den Amts-Fachbereich Bauen und Liegenschaften einreichen. Moorreges Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg (CDU) zeigt sich verwundert über das Schreiben. Darin heißt es unter anderem: „laut Beschluss des Amtsausschusses des Amtes Moorrege vom 21. 11. 2016 wird derzeit ein Neubau auf einem neuen Grundstück favorisiert. Um die Planungen weiter vorantreiben zu können, wird zunächst ein passendes Grundstück benötigt. Unabhängig davon wird auch eine mögliche Sanierung beziehungsweise Anbau an das Bestandsgebäude im Bereich des Baumes rechts vom Amtshaus (von der Amtsstraße aus gesehen) geprüft.“ Plettenberg: „Der Amtsausschuss hat eindeutig den Neubau beschlossen und zwar mit 18 Ja- und vier Nein-Stimmen.“ Das Schreiben werfe eine völlig neue Situation auf, meint Weinberg.

Holm hat bereits abgewunken, neue Standortgemeinde zu werden, weil es keine geeignete Fläche gäbe, so der Beschluss während der Dezember-Sitzung des Gemeinderats. „Wir werden natürlich auch keine Ausweichfläche anbieten für solchen Wahnsinn“, sagte Weinberg. Und er verweist auf die finanziellen Belastungen, sollte das Amts-Rathaus kommen. Bei Neubaukosten von acht Millionen Euro, so ein Verwaltungs-Planspiel, wäre das für Hetlingen eine jährliche Mehrbelastung von 20  000 Euro. „Wo sollen die das denn hernehmen? Und das auf 30 Jahre?“, fragt sich Plettenberg. „Das wäre ein schlechtes Willkommensgeschenk für die Marschdörfer“, findet er.

Die Moorreger sollen in dieser Sache bei einer Einwohnerversammlung gefragt werden. „Das empfehle ich allen Bürgermeistern“, meint Plettenberg. Weinberg nimmt seine Amtskollegen in Schutz. „Das Amt berät meine Bürgermeisterkollegen falsch“, glaubt er.

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