Businesspark Wedel : Kehrtwende beim Hafen?

Im letzten Abschnitt der Sanierung am Hafenhang soll auch die marode Mole weg - so der Plan der Wedeler Verwaltung. Diese Rechnung hat sie offensichtlich ohne die Mehrheit der Planungspolitiker gemacht.
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Im letzten Abschnitt der Sanierung am Hafenhang soll auch die marode Mole weg - so der Plan der Wedeler Verwaltung. Diese Rechnung hat sie offensichtlich ohne die Mehrheit der Planungspolitiker gemacht.

Der Rat könnte das Nein zum Rückbau kassieren.

shz.de von
28. Januar 2015, 12:00 Uhr

Wedel | Es war ein Beschluss, der die Verwaltung kalt erwischt und die CDU auf die Barrikaden getrieben hat. Kein Rückbau des alten Werkhafens im Zuge des Sanierungsabschlusses im Businesspark, so wollte es eine Mehrheit aus SPD, Grünen, WSI und FDP im Planungsausschuss. Mehrfach betonte Bürgermeister Niels Schmidt daraufhin, dass dies zu erheblichen Mehrkosten führen würde. Und dass ihm der Nutzen des Erhalts der maroden Mole nicht ersichtlich sei. Bei der CDU hieß es schlicht: „Geldverschwendung!“.

Jetzt kommt das Thema abschließend in der morgigen Ratsversammlung auf den Tisch – mittlerweile allerdings unter geänderten Vorzeichen. Er habe Grund zur Hoffnung, dass doch noch eine Sanierung inklusive Hafenrückbau beschlossen wird, sagte der Verwaltungschef gestern auf Tageblatt-Anfrage.

Anlass ist ein Antrag, den laut Schmidt die FDP stellen will. Demnach solle die Sanierung der letzten beiden stark verunreinigten Bodenareale im Hafen-Hangbereich mit dem Abriss der Mole und einer Steinvorschüttung im Bereich der Spundwand verbunden werden. Ganz so, wie es die Ingenieure der Stadt empfohlen hatten. Allerdings wollen die Liberalen die Baumaßnahme noch mit Bedingungen verknüpft wissen: Laut Schmidt solle die Verwaltung aufgefordert werden, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um das Elbufer im Businesspark mittelfristig für die Naherholung und den Tourismus attraktiv zu gestalten. Zudem solle sichergestellt werden, dass das Ufer gegebenenfalls für einen Fährverkehr aus Hamburg und den Betrieb einer Autofähre nutzbar bleibt.

Rund 1,25 Millionen Euro soll die Sanierung inklusive Abriss der Mole und Steinvorschüttung kosten. Bei Sanierung ohne Hafenrückbau würden rund 300.000 Euro Mehrkosten anfallen, hatte das zuständige Ingenieurbüro ermittelt. Dann nämlich müssten für den Rückbau ein zweites Mal die Bagger anrücken. Zudem müsste die marode Mole für die Zwischenzeit gesichert werden, so Schmidt – was nochmal 300.000 bis 650.000 Euro kosten würde. Eine solche Sicherung würde er beantragen, sollte der Sanierungsabschluss mit Molenabriss ein zweites Mal abgelehnt werden, sagte der Bürgermeister.

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