„Im glückseligen Rausch“ pilgern : Kay Jensen stellt sein neues Buch über den Jakobsweg vor

Kay Jensen liest morgen aus seinem Roman vor.
Kay Jensen liest morgen aus seinem Roman vor.

Am morgigen Dienstag liest der Schulleiter Jensen in der Gebrüder Humboldt Schule.

shz.de von
30. Januar 2017, 10:00 Uhr

Wedel | Er hat es schon wieder getan: Kay Jensen, Leiter des Förderzentrums Wedel am Autal, ist bereits drei Mal über verschiedene Jakobswege nach Santiago de Compostela gepilgert. Über seinen ersten Weg 2011 hat er einen Reisebericht geschrieben. Nun hat er über seine Pilgerreise 2013 den Roman „Im glückseligen Rausch“ nachgelegt. Am morgigen Dienstag liest er daraus in der Gebrüder Humboldt Schule vor.

Wie ist der Pädagoge auf die Idee zu seinen Pilgertouren gekommen? „Man wird gerufen“, so seine verschmitzt-achselzuckende Antwort. Zwar selbst ungetauft und schon gar kein Katholik, folgte Jensen seiner Eingebung und wählte den spanischen Pilgerweg als Alternative zum gemütlichen Strandurlaub auf Mallorca. Für ihn bedeute es ein Stück Freiheit, niemandem Rechenschaft für sein Tun schuldig zu sein. „Ich entscheide selbst, wie lange und wohin ich gehe. Das ist eine ganze Menge heutzutage“, so seine Erklärung.

Die Kathedrale von Santiago de Compostela.
Ulrich Bohling
Die Kathedrale von Santiago de Compostela.

Dafür habe er diesmal den Roman als Form der Beschreibung seiner Reise gewählt, berichtet Jensen. Etwa 650 Kilometer führt der Camino de la Costa an der Atlantikküste Nordspaniens entlang. Er gilt als Geheimtipp unter den Jakobswegen und wird nur von wenigen Jakobspilgern gewählt. „Es war wunderbar zwischen Meer und Bergen zu laufen, meistens allein“, erinnert er sich.

Sein Wunsch war, die zahlreichen Gedanken, die ihm in der Einsamkeit auf dem Küstenweg gekommen seien, für sich festzuhalten. Statt eines inneren Monologs habe er dabei einen fiktiven Dialog zwischen sich und seiner – ebenfalls fiktiven – 18-jährigen Enkeltochter gewählt. Dabei werden Fragen von philosophischer Bedeutung angerissen: Wie funktioniert Liebe? Was ist Glück? Was bedeutet Angst? Im wirklichen Leben ist seine Enkelin erst vier Jahre alt. Ihr hat er seinen im Eigenverlag herausgebrachten Roman gewidmet. Einen Verlag einzubinden sei für ihn keine Option. „In meinen Text soll mir keiner reinreden“, sagte der Pädagoge.

Dass Jensen auf seinen Pilgerreisen viele bewegende Begegnungen und manch eigenartige Erlebnisse hatte, über die er in seinem Roman sinniert, macht den besonderen Charme des Textes aus. Jensen lässt den Leser lebhaft teilhaben an seiner inneren Gedankenwelt und macht das Pilgern an sich und den Jakobsweg in seinen vielen Facetten ansprechend für den Leser.

Für Jensen ist klar, dass er mit dem Thema Pilgern noch lang nicht abgeschlossen hat. „Sie können sicher sein, dass ich mich noch viele Male auf den Weg machen werde“, so die Ankündigung des 62-jährigen selbstbewusst.

Die Lesung findet morgen um 11.40 Uhr in der Bibliothek der Gebrüder Humboldt Schule, Rosengarten 18, im Rahmen des von Uta Schipull organisierten Literarischen Cafés statt. Neben Schülern der Oberstufe ist auch die Öffentlichkeit zur Teilnahme eingeladen. Der Eintritt ist frei.

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