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Wedel-Schulauer Tageblatt

18. August 2017 | 12:56 Uhr

Wedel : Kaufleute schießen gegen Parkgebühren

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

„Geschäfte haben mit sinkender Frequenz zu kämpfen“ - es wird mehr Komfort gefordert.

Wedel | Die Parkgebühr rund um die Bahnhofstraße: Während die Stadt eine Positiv-Bilanz vorlegt, kommt von den Kaufleuten scharfe Kritik. „Es ist mir ein Rätsel, wie man das als Erfolg bezeichnen kann“, sagte Innenstadt-Kaufleute-Vorsitzender Jan Lüchau im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Werbegemeinschaft. Fakt sei: „Die Geschäfte haben mit sinkender Frequenz zu kämpfen.“

Man finde endlich einen Parkplatz – ein auch von Bürgermeister Niels Schmidt gern zitierter Satz. „Ich kann das nicht mehr hören“, sagt Lüchau. Parkplätze habe man auch vor Einführung der Gebühr gefunden – „nur vielleicht nicht immer vor dem Wunsch-Schaufenster“.

1250 kostenpflichtige Parktickets pro Tag und eine Dauer von eine Stunde elf Minuten hat die Stadt gezählt. Macht bei 250 bewirtschafteten Parkplätzen fünf Tickets pro Stellfläche und abzüglich der kostenfreien Kurzparker eine Auslastung von unter 50 Prozent, so Lüchaus Rechnung. Erfolgsgeschichten sehen anders aus, so der Kaufleute-Chef.

Er habe keine Hoffnung, dass die Gebühr wieder abgeschafft werde. Seine  Forderung Richtung Stadt daher: Zumindest die Akzeptanz der Gebühr müsse erhöht werden. Etwa über Buchungen  via Handy.  Generell sei der Zahlungsmodus lediglich mit Münzen ohne Wechselmöglichkeit „mangelhaft“, hieß es aus den Reihen der Kaufleute. Sie forderten zudem Hinweise an den Parkbuchten auf die  Gebührenpflicht. Die allgemeine Zonen-Beschilderung sei nicht ausreichend.

Die Arcaden haben ein Dauerparkproblem

Die Parkraumbewirtschaftung sorgt nicht nur bei dem Innenstadtkaufleuten für dicke Luft. Auch an den Welau Arcaden sind Negativ-Folgen der Parkgebühren zu spüren – in Form von Dauerparkern und zunehmendem Suchverkehr.

Volker Klein, Edekamarkt-Inhaber und Hauptmieter in dem Einkaufszentrum, berichtete während der Jahreshauptversammlung der Innenstadtkaufleute von einer „deutlich höheren Auslastung“ der rund 300 Arcaden-Parkplätze Vor allem die ebenerdigen Stellplätze, aber auch die Garagen-Flächen würden zunehmend ganztags belegt. Eine Entwicklung, die die Geschäftsleute unter den Druck setze, weil zeitweise Parkflächen nicht in der Form frei seien wie benötigt, so Klein auf Nachfrage. Das Problem: Wie in weiten Teilen der Bahnhofstraße sind auf dem beschrankten Parkplatz des Einkaufszentrums 50 Cent je halb Stunde zu zahlen.

Auf diesen öffentlichen Stellflächen gilt jedoch eine Höchstparkdauer von zwei Stunden. Bei den Arcaden dagegen greift nach Überschreiten der Parkdauer von 90 Minuten automatisch ein Tagesticket-Tarif. Und der liegt nur bei zwei Euro. Geld, das viele offenbar gern bereit sind zu zahlen angesichts der begrenzten Zeit in den Straßen und der vollgeparkten Nebenstraßen, in denen keine Ticket-Automaten stehen.

Dort könnte sich die Situation bald weiter verschlechtern. Denn laut Klein sei das Problem während einer Mieterversammlung an den Arcaden-Vermieter herangetragen worden. Er rechne nun mit einer zeitnahen Reaktion. „Da wird man gegensteuern.“ Kleins Einschätzung: „Es wird wohl auf eine Gebührenanpassung hinauslaufen.“ Die Folge ist absehbar: Mehr Verkehr auf der Suche nach kostenfreien citynahen Plätzen und noch mehr Autos in den Nebenstraßen.

Den Versuch hat es bereits um die Jahrtausendwende gegeben – gelungen ist er nicht. Jetzt gibt es eine neuen Anlauf: Die beiden Wedeler Kaufmannschaften – die Werbegemeinschaft der Innenstadt und die Kaufleute der Altstadt – haben grünes Licht gegeben für die Vorbereitung eines Zusammenschlusses. Einstimmig fiel das Votum der 20 anwesenden stimmberechtigten Mitglieder während der Hauptversammlung der Werbegemeinschaft für einen entsprechenden Arbeitsauftrag an den Vorstand. Kurz zuvor hatte der Zusammenschluss der Gewerbetreibenden in der Altstadt seinerseits eine Arbeitsgruppe installiert, die eine mögliche Fusion vorbereiten soll. Auch dafür gab es Zustimmung auf breiter Ebene.
Beide Gemeinschaften hätten mit rückläufigen Mitgliederzahlen zu kämpfen, warb Innenstadtkaufleute-Chef Jan Lüchau für die Fusion. Gemeinsam als Zusammenschluss von aktuell rund 100 Gewerbetreibenden  könne man sich besser Gehör verschaffen.  Ziel soll nun sein, im Laufe des Jahres die Rahmenbedingungen festzuklopfen, damit zu den Hauptversammlungen im März 2016 ein abstimmungsfähiges Konzept stehe, so Lüchau.
Auf der Tagesordnung der jüngsten Werbegemeinschafts-Sitzung standen zudem Vorstandswahlen. Peter Tams wurde im Amt des Kassenwarts bestätigt, ebenso Frank Rosenbaum als Beisitzer. Neu an seiner Seite ist Gerlinde Thomsen. Die Medienberaterin des A. Beig-Verlags, der auch das Wedel-Schulauer Tageblatt herausgibt, übernimmt den Beisitzer-Posten von Reiner Heinsius. Neuer Kassenprüfer ist Benny Schilling, der Jaqueline Bellmann ablöst.
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erstellt am 12.Mär.2015 | 10:00 Uhr

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