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20 Jahre Amschler-Stiftung : Kapital zur Kulturförderung in Wedel

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Vor 20 Jahren wurde die Stiftung mit dem Nachlass von Vilma Lehrmann-Amschler gegründet. Ab morgen gibt es eine Ausstellung im Rathaus.

Wedel | In ihrem Namen wird seit 20 Jahren Kunst und Kultur in Wedel gefördert: 515.000 Euro hat Bildhauerin Vilma Lehrmann-Amschler nach ihrem Tod am 23. Dezember 1989 der Rolandstadt hinterlassen. Geld, das als Kapital in die Amschler-Stiftung floss. 400.000 Euro an Erträgen konnte der Stiftungsrat seit der Gründung am 23. März 1995 ausschütten und damit rund 300 Projekte unterstützen. Grund genug für das Gremium, mit einer Ausstellung im Rathaus an Leben und Werk der Künstlerin zu erinnern.

Sie schuf den „Lesenden Jungen“ vor der Schule Iserbarg und das „Kind mit Hund“ vor der Polizeiwache Bahrenfeld. Ebenso zahlreiche „Kunst am Bau“-Objekte, vielfach für die Saga. „Spielende Kinder“ in Variationen in der VHS und der Moorwegschule, eine „Reiher“-Bronze bei der Barlach-Schule, Mädchen-Büsten im Krankenhaus: Spuren der Arbeit Lehrmann-Amschlers waren und sind auch in Wedel zu finden. In Form von Großplastiken, die die Stadt dauerhaft aufgestellt hat.

Was im Wedeler Rathauskeller dagegen noch lagert, ist überschaubar. Bis Inventarnummer 119 geht die Fundus-Liste laut Stiftungsrat. Kleinskulpturen, Gipsmodelle, Skizzen. Ein Teil sei bereits verkauft oder verschenkt worden. Der Wert insgesamt? Schwer zu bemessen. Lehrmann-Amschlers Arbeiten würden nicht zu den gefragten und gehandelten Objekten am Kunstmarkt zählen.

Anders der finanzielle Nachlass. Etwa eine Million D-Mark sei seinerzeit an die Stadt übergegangen, so Stiftungsratsvorsitzende Sabine Lüchau. Durch Zinsen wurden daraus rund 760.000 Euro. Zu Zeiten, in denen es noch Zinsen gab. Seit drei Jahren verzichte die Stadt darauf, Erträge mindestens in Höhe des Inflationsausgleichs dem Stiftungskapital zuzuführen. Um dem satzungsgemäßen Zweck und dem letzen Willen der Künstlerin überhaupt nachkommen zu können – der Kulturförderung.

Die ist bekannt und gefragt: Stiftungsrats-Mitglied Inge Zeißler berichte von Jahren, in denen Dutzende Anträge eingingen. Kammerchor-Konzerte, Bühnenprogramme, Kindertheater im „mittendrin“, die Beiträge zur Wedeler Stadtgeschichte zählen zu Förderprojekten.

7200 Euro stehen 2015 zur Verfügung

Teils fließen Erträge durch Einnahmen zurück, etwa bei den Stadtgeschichts-Büchern. Oder es werden nur Teile der zugesagten Mittel abgerufen, etwa bei Risiko-Absicherung über Defizit-Ausgleich bei kleineren Events und Veranstaltern.

Fakt ist indes: Die derzeitige Zinslage macht die Arbeit des Stiftungsrats schwerer. Nicht jedoch unmöglich: Rund 7200 Euro stehen für 2015 zur Verfügung. Immerhin, in Zeiten der Wedeler Haushaltsmisere. Dass daraus keine grundsätzlichen Begehrlichkeiten erwachsen können, ist auch gesichert: Zwar habe es schon Diskussionen dahingehend gegeben, die Stiftung aufzulösen und im städtischen Haushalt aufgehen zu lassen, so Ratmitglied und Fachdienstleiter Kultur, Burkhard Springer: Dies sei „Gott sei dank“ nicht zulässig.

Bleibt die Frage, warum Wedel Begünstige des Vermögens der Bildhauerin ist. 1957 ist sie mit ihrem Mann, Alfred Georg Amschler, in die Rolandstadt gezogen. Er starb 1978, Kinder oder andere Angehörige gab es keine so Lüchau. Lehrmann-Amschler habe sich neben der Kulturförderung ein kleines Grab und die Sicherung der Pflege gewünscht. Ihre Urne nebst Grabstein fänden sich auf dem Waldfriedhof. Regelmäßig und zu Anlässen würden dort Gestecke hingelegt. Die Vernissage beginnt morgen um 19 Uhr. Der Journalist Günther Wilke wird dabei auch einen Blick auf das Leben der Künstlerin werfen.

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erstellt am 10.Mär.2015 | 12:15 Uhr

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