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Wedel-Schulauer Tageblatt

24. Oktober 2017 | 06:44 Uhr

Kandidatensuche fürs Ärztehaus

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

90 000 Euro Starthilfe für Arztansiedlung in Moorrege: Opposition will Anreiz vielen Allgemeinmedizinern bekannt machen

Dirk Behnisch, SPD-Fraktionschef, und Helmuth Kruse, Fraktionsvorsitzender der Grünen, sind sich einig: In Moorrege besteht nicht unbedingt die Notwendigkeit für einen niedergelassenen Allgemeinmediziner. Die Oppositionsparteien stehen dennoch ausdrücklich hinter der politischen Mehrheitsentscheidung, einen Arzt in der Gemeinde anzusiedeln. Aber, so sagen sie unisono: „Wir wünschen uns eine breite Auswahl.“ Deswegen rühren sie die Werbetrommel. Es gelte, mehrere Kandidaten als Option für die im Bau befindliche Arztpraxis aufzutun.

Wie berichtet ging es hoch her in der jüngsten Gemeindevertretersitzung, die sich mit dem Thema Arztpraxis beschäftigte. Denn es kam von Seiten der CDU eine Richtlinie auf den Tisch, die eine Niederlassung mit insgesamt 90    000 Euro Unterstützungsgeld fördern will. SPD und Grüne waren strikt dagegen. Auch weil sie ihrer Meinung nach vordem in den gesamten Vorgang nur unzulänglich Akteneinsicht erhalten hätten. Zudem habe erst die Kommunalaufsicht eingreifen müssen, damit die Zuschüsse überhaupt an Richtlinien gebunden würden. „Grundsätzlich spricht nichts dagegen, einen Arzt anzusiedeln“, sagt Behnisch. „Aber wir haben kein Geld zu verschenken.“ Darüber hinaus gibt er zu bedenken, dass die Gemeinde sowieso schon am Heistmer Ärztezentrum beteiligt ist.

Aus diesem Umfeld soll es auch bereits eine Kandidatin für die Moorreger Arztpraxis geben, wie das Tageblatt aus zuverlässiger Quelle erfuhr. Demnach hatte Allgemeinmedizinerin Dr. Nicoletta Dancau sogar schon einen Vormietvertrag unterzeichnet, dessen Bindung allerdings nur bis Ende 2015 währte.

Kruse schaut nach vorn. „Die Moorreger Bürger haben es nicht verdient, dass man einen Arzt für sie aussucht“, sagt er in Bezug auf die Gerüchte. Deswegen gehe die Opposition in die Offensive und mache die Arztsuche publik. Das Geld könne für viele Mediziner ein Anreiz sein. Bis zum 31. Dezember 2016 können sich Hausärzte bewerben, beschloss die Gemeindevertretung. Danach fällt das Gremium seine Entscheidung.

Um möglichst viele Interessierte zu erreichen, setzen SPD und Grüne neben der Presse auch auf die Online-Seite der Kassenärztlichen Vereinigung. Sie drängen auf deren Aktualisierung. Moorrege sucht seit 2012. Die neuen Bedingungen erhöhen die Attraktivität des Standorts. Zudem sollen die Richtlinien auf der Homepage der Gemeinde veröffentlicht werden. Auch beabsichtigt Kruse, in den drei Sana-Kliniken im Kreis Reklame zu machen.

 

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