Jahresrückblick 2017 : Kampf um neues Amtsrathaus

Statt eines Anbaus vor dem Amtshauses in Moorrege soll die Amtsverwaltung nun in Heist ein neues Gebäude erhalten.
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Statt eines Anbaus vor dem Amtshauses in Moorrege soll die Amtsverwaltung nun in Heist ein neues Gebäude erhalten.

Diese Themen bewegten Holm, Hetlingen, Haseldorf, Haselau, Heist und Moorrege im zurückliegenden Jahr.

Marsch und Geest | Nachdem das Amt Haseldorf aufgelöst worden ist und die Gemeinden Haseldorf, Haselau und Hetlingen in das Amt Geest und Marsch Südholstein (Gums) – bisher Amt Moorrege – eingebunden wurden, schlagen die Wellen wegen einer Erweiterung des Moorreger Amtshauses hoch: Ende Januar mischt sich Appens Ehrenbürger Rolf Heidenberger ein. Er kämpft dafür, dass das Moorreger Amtshaus einen günstigen Anbau erhält, statt eines auf zehn Millionen Euro geschätzen Neubaus auf dem sogenannten Rieprich-Grundstück in Heist. Vergeblich: Nachdem monatelang zweigleisig geplant worden ist, fällt im November in öffentlicher Sitzung des Amtsausschusses mit 16 Ja- und elf Nein-Stimmen die Entscheidung für einen Neubau. Allerdings erhält Amtsdirektor Rainer Jürgensen im nichtöffentlichen Teil der Sitzung den Auftrag, mit der Raiffeisenbank Elbmarsch zu verhandeln. Die hatte Interesse am Kauf des Heistmer Geländes signalisiert und einen Neubau in Aussicht gestellt, der dann gemietet werden könnte. Jürgensen gerät heftig in die Kritik: Hetlinger Gemeinderäte der Freien Wahlgemeinschaft haben von ihm im Zuge der Auflösung des Amts Haseldorf und dem Beitritt zum Amt Gums Investitionskosten für einen Amtsanbau in Moorrege von maximal 950.000 Euro zugesagt bekommen.

In Moorrege ist neben dem Aus als Amt-Standortgemeinde ein zweiter Fall Dauerthema: Anfang des Jahres gibt es in der Mehrzweckhalle An’n Himmelsbarg Schimmel-Alarm. Nachdem bei Wartungsarbeiten hinter einem Notlicht Schimmel gefunden worden ist, lässt Karen Frers, Chefin der Gemeinschaftsschule Moorrege (Gemsmo), den Schulsport streichen. Anfangs dürfen die Vereinssportler noch trainieren, weil nach ersten Untersuchungen keine weitere Belastung aufzufinden war. Ein Gutachten bestätigt, dass eine weitere Nutzung möglich ist. Rolle rückwärts heißt es im April: Die Halle ist nun mehrere Monate lang gesperrt, Experten werden zur Ursachenklärung hinzugezogen. Das Klassik-Konzert „Moorrege Proms Last Night“ mit Dirigent Mike Steurenthaler kann nach Sanierungsarbeiten wie geplant Mitte September stattfinden.

Herbe Kritik muss Moorreges Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg (CDU) für den Verkauf der alten Oberglinder Schule einstecken, weil Mieter und Anwohner sich schlecht informiert fühlen. Auf dem etwa 4500 Quadratmeter großen Areal sollen seniorengerechte Mietswohnungen entstehen. In Folge der Streitigkeiten wird eine Bürgerinitiative gegründet, ein Bürgerbegehren scheitert allerdings.

Auch in Haseldorf bläst es einem CDU-Bürgermeister kräftig ist Gesicht: Uwe Schölermann erntet wegen seiner Initiative zur Ausweisung eines etwa 50 Parzellen großen Neubaugebiets heftig Schelte von der SPD und der neu gegründeten freien Wählergemeinschaft Bürger für Haseldorf (BfH). Herbe Schlappe für Schölermann im Mai: Bei einer Bürgerbefragung stimmen 341 Bürger gegen die Pläne, 216 dafür. Wie es mit der Turnhalle an der Grundschule weitergeht, steht immer noch nicht fest: Damit überhaupt Zuschüsse fließen können, wird mit der Erarbeitung eines Dorfentwicklungskonzepts begonnen. Die Haseldorfer sollen nur einmal gehört werden bei einer Bürgerwerkstatt. Heftiger Unmut über die Ausgrenzung sorgt für die Ankündigung eines weiteren Treffens.

Grünes Licht gibt es im Holmer Gemeinderat für den Bau eines bundesliagtauglichen Baseballstadions. Dafür muss allerdings ein Jugendbolzplatz weichen. Als Ersatz soll ein sogenannter Mehrgenerationenplatz entstehen. Kosten: 206 700 Euro. Im Frühling werden zwar die ersten Arbeiten begonnen, aber wegen einer Umplanung kommt es zum Baustopp. Die Aktivregion, die EU-Mittel in Höhe von 95 500 Euro beisteuert, will neu beschließen. Die Fertigstellung ist nun auf 2018 verschoben.

Hetlingen ist zwar chronisch pleite, dennoch wird mit Stimmen der CDU-Mehrheitsfraktion grünes Licht für den Bau eines Kunstrasen-Trainingsplatzes gegeben, für den sich auch der Hetlinger Männer-Turnverein (HMTV) mit 75.000 Euro hoch verschuldet. Für den Kredit bürgt die Gemeinde. Das Leuchtfeuer Juelssand wird verkauft. Neuer Besitzer des Hetlinger Wahrzeichens an der Elbe ist ein Finkenwerder Leuchtturmfan.

Die Heistmer Schule und Turnhalle sollen künftig mit Biogas beheizt werden. Das Projekt von Landwirt Thomas Oldehuus wird mit 100.000 Euro der EU durch die Aktiv Region gefördert.

Nichts geht mehr auf der B 431 zwischen Holm und Wedel: Ab 18. September wird die Straße ab dem Kreisel erneuert. Die Ruhe für die Anlieger währt nur bis November – dann heißt es wieder freie Fahrt. Wie stark die Belastung der Anwohner inzwischen ist, dokumentiert die im Oktober präsentierte Lärmkarte des Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR): In Holm werden mehr als 80 Dezibel gemessen. Das Land fordert von den Kommunen, für mehr Ruhe zu sorgen.

Spektakulärer Unfall mit Fahrerflucht in Heist im Dezember: Eine 27-jährige Haseldorferin durchbricht mit ihrem Audi die Hauswand und landet im Wohnzimmer eines Landwirts. Die Bewohner kommen mit dem Schrecken davon.

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