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Wedel-Schulauer Tageblatt

24. Oktober 2017 | 09:53 Uhr

Wedel : Kampf für das Barlach-Museum

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Gesellschaft wehrt sich gegen Kürzung des städtischen Zuschusses von 40.800 auf 3600 Euro. Unterschriftensammlungen der Einrichtung laufen bereits

shz.de von
erstellt am 29.Nov.2014 | 10:00 Uhr

Am 5. November stimmte der Wedeler Kulturausschuss dafür, die jährliche Zuwendung an das Ernst-Barlach-Museum ab 2015 von 40.800 auf 3600 Euro zu reduzieren. „Es war wie ein Schlag ins Genick“, konstatiert Museumsleiterin Heike Stockhaus. Sie bemüht sich noch um Optimismus, hofft, dass der Rat die Entscheidung des Fachausschusses nicht bestätigt. Das höchte Gremium der Stadt tagt am 18. Dezember. Klar ist aber auch: Die Haushaltslage zwingt die Stadt zum Sparen.

Stockhaus macht deutlich, welche Konsequenzen die Kürzung hätte: „Wir könnten keine Sonderausstellungen mehr veranstalten und müssten unser Außenlager auflösen.“ Alles was bis jetzt extern aufbewahrt wird, müsste dann im Museum untergebracht werden. Die Museumsleiterin betont außerdem: „Wenn wir den Betrieb jetzt so runterfahren müssten, kommen wir nicht mehr zurück.“ Das Ernst-Barlach-Museum bliebe dann eine reine Gedenkstätte. „Der Imageschaden wäre enorm, wenn wir unser Ausstellungsprogramm einstellen müssten“, sagt Stockhaus. Dies zeigten die Erfahrungen aus der Zeit von 2007 bis 2010, als das Museum schon einmal auf einen Großteil der Zuschüsse verzichten musste. Bereits die momentane Unsicherheit sei fatal. Denn: „Eigentlich bräuchten wir sogar noch mehr Unterstützung als die gut 40.000 Euro“, stellt die Leiterin fest.

Bereits vor der Entscheidung des Ausschusses bemühte sich das Museum daher intensiv um einen breiteren Unterstützerkreis, rief die Initiative „Bündnis für Barlach“ ins Leben. Stockhaus: „Aber in einen sterbenden Mann will niemand investieren.“ Mit Unterschriftenlisten, die im Museum und an anderen Standorten in der Stadt ausliegen, will die Einrichtung den Politikern nun ihre Bedeutung klar machen. Hunderte Wedeler hätten bereits unterschrieben.

Währenddessen bemühen sich Bürger der Rolandstadt , Geld für das Museum aufzutreiben. Verkauft werden Postkarten mit einer Grafik von Jürgen Pieplow, angefertigt nach einer Bronzeskulptur von Ernst Barlach. 2,50 Euro kostet eine Karte, die von den Unterstützern zu bestimmten Tagen an Ständen in der Bahnhofstraße angeboten wird. Der Erlös geht an das Museum. Hinter der Aktion stehen unter anderem Sophia Jacobs-Emeis und Lothar Barop aus der Wedeler SPD-Fraktion. Die Sozialdemokraten hatten gemeinsam mit WSI und Linken gegen die Kürzung gestimmt. „Es ist erschütternd, wie mit der Kultur umgegangen wird“, sagt Barop. Der Ruf von Ernst Barlach wirke auch überregional. Barop: „Das Museum ist Werbung für unsere Stadt.“ Auch die Wedelerin Ortrud Gillard zeigt kein Verständnis: „Die Leistungen des Museums werden nicht gewürdigt.“

Spenden können direkt auf das Konto des Musuems überwiesen werden.
Iban: DE40 2215 1730 0000 0553 95.
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