Willkommenscafé in Wedel : Kaffeetrinken mit neuen Nachbarn

Diese Türen stehen offen: In den Räumen der Freien Evangelischen Gemeinde treffen sich zukünftig Flüchtlinge und ehrenamtliche Unterstützer.
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Diese Türen stehen offen: In den Räumen der Freien Evangelischen Gemeinde treffen sich zukünftig Flüchtlinge und ehrenamtliche Unterstützer.

Willkommenscafé in der Höbuschentwiete 14 öffnet ab 20. Januar zwei Mal im Monat. Anlaufstelle für Flüchtlinge in der Rolandstadt.

shz.de von
08. Januar 2015, 16:00 Uhr

Wedel | Frischgemalte Schilder weisen den Weg. Die Türen stehen offen. Es duftet nach Kaffee und Kuchen. Im Willkommenscafé in den Räumen der Freien Evangelischen Gemeinde, Höbuschentwiete 14 sind die ehrenamtlichen Helfer bereit für die neuen Bewohner der Rolandstadt. Noch ist es nur ein Probelauf. Doch ab Dienstag, 20. Januar, können sich Wedeler Flüchtlinge jeden ersten und dritten Dienstag im Monat im Café treffen, entspannen und sich miteinander und mit den Ehrenamtlern austauschen.

Keimzelle des Cafés war eine Versammlung im Wedeler Rathaus im Oktober des vergangenen Jahres. Angesichts steigender Flüchtlingszaheln appellierten Caritas, Diakonie und Stadt an die Wedeler Bürger, den Migranten den Start ins neue Leben zu erleichtern. 70 Menschen kamen damals zusammen und bildeten verschiedene Arbeitsgruppen.

„Uns wurden mehrere Standorte für das Café angeboten“, erinnert sich Joachim Rose von der Koordinierungsstelle Integration. Für den Standort an der Höbuschentwiete habe die zentrale Lage gesprochen. Außerdem könnten im Sommer Kinder im Hof spielen. Der große, freundliche Raum im Souterrain wird normalerweise von den Jugendlichen der Gemeinde als Teestube genutzt. Neben einer gemütlichen Sitzecke steht auch ein Billardtisch zur Verfügung. Die Firma Knutzen spendete einen Teppich, damit soll eine Spielecke für Kinder eingerichtet werden.

Kaffee, Tee und Kuchen gibt es auf Spendenbasis. Das Gebäck stiftet die Wedeler Tafel. Rose: „Wer einmal kein Geld für eine Kaffee hat, der darf sich hier eingeladen fühlen“. Das Willkommenscafé soll jedoch nicht nur ein gemütlicher Rückzugsort werden. Ehrenamtliche Helfer sollen bei jedem Treffen vor Ort sein. „Im Gespräch mit den Flüchtlingen können wir dann schnell klären, wo der Schuh drückt, und versuchen, Abhilfe zu schaffen“, so Rose. Ob Fahrrad, Deutschkursus oder Schulranzen – das Café soll den kurzen Dienstweg ermöglichen.

Ein Teil der freiwilligen Helfer hat selbst Fluchterfahrungen. Sie können ihre Erfahrungen teilen und in vielen Fällen auch dolmetschen. Um möglichst viele Menschen zum Besuch zu ermuntern, sollen demnächst Flyer mit allen Informationen in Wedel ausgelegt werden. Bei aller praktischen Relevanz – das Café ist für alle Beteiligten auch ein Symbol für ein offenes und gastfreundliches Wedel. Rose betonte: „Wir wollen zeigen, dass wir uns von diesen Menschen bereichert fühlen. Wir werden hier keinen Hass dulden.“ Die Organisatoren konnten sich bereits über eine Spende freuen. Die Moorwegschule stiftete 1147 Euro für die Unterstützergruppen. Das Geld stammt aus dem Weihnachtsmarkt der Schule.

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