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Nachwuchspolitiker : Juso-Chef schämt sich für Holm

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Maximilian Krause fordert neue Schlichtwohnungen.

shz.de von
erstellt am 23.Jun.2015 | 16:00 Uhr

Maximilian Krause (Foto) ist erschüttert. Der Chef der Juso Orts-AG Holm-Wedel hat an einer Sitzung des Holmer Bauausschusses teilgenommen, die mit einer Begehung der Schlichtwohnungen am Lehmweg begann. Seine Reaktion: „Ich habe mich zum ersten Mal in meinem Leben wirklich geschämt, Holmer zu sein.“ Die Kommunalpolitiker waren auf den Zustand der drei Häuser mit sieben Wohneinheiten durch Aktive des Flüchtlings-Cafés „Menschen treffen Menschen“ aufmerksam gemacht worden, das monatlich in der Holmer Kirche stattfindet. Mit Schreiben vom 26. Februar forderten die Aktiven den „Abriss und anschließenden Neubau der Wohnungen am Lehmweg zum Wohle junger und  /  oder sozial schwacher Holmer Bürger und der Gemeinde Holm“. Zu den Unterzeichnern gehört auch Pastorin Susanne Schmidtpott (Foto).

In dem Brief der Café-Helfer heißt es unter anderem: „Die bewohnten Häuser befinden sich in anerkannt schlechtem baulichen Zustand; mit Reparaturen werden lediglich gröbste Mängel beseitigt. So läuft bei Regen nach wie vor Wasser ins Kinderzimmer und der Badezimmerboden ist beständig nass.“ Die menschenunwürdigen Verhältnisse passten nicht in das Gesamtbild der ansonsten gepflegten Gemeinde.

Dieser Einschätzung schließt sich nun auch Krause an: „Die alten Schlichtwohnungen müssen durch neue ersetzt werden.“ Die Häuser wurden Ende der 1950er Jahre gebaut und sind zur vorübergehenden Unterbringen von Menschen in Not gedacht, inzwischen auch für Flüchtlinge. Sie gehören der Gemeinde, werden aber neuerdings vom Amt Moorrege verwaltet, wie die Schlichtwohnungen in Heist und Moorrege. Die Miete beträgt 3,71 Euro, hinzu kommen 3,43 Euro Nebenkosten inklusive Heizung monatlich pro Quadratmeter.

Die Kommunalpolitiker lassen nun prüfen, welche Kosten durch Sanierung beziehungsweise Neubau entstehen. „Die Jusos betrachten das nur als Vertagen eines gravierenden, wenn auch für einige Personen unliebsamen Themas“, so Krause. Für sie sei es ein Gebot der Menschlichkeit, Menschen, die vor Elend und Krieg geflohen sind, eine würdige Unterkunft zu ermöglichen. Krause: „Dass es nur Unterkünfte für den Übergang sind, rechtfertigt nicht den prekären Zustand.“

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