Moorrege : Jugendwehr durch Mädchen stark

Mit einem Rollentausch sind in den Vorstand wiedergewählt worden: Schriftführerin Finja Schmidtpott (von links), Kassenwartin Lea Sirowitzki, Gruppenleiter Rasmus Schmahl, Gruppenführerin Imke Mierisch und ihre Vertreterin Janice Lalla.
Mit einem Rollentausch sind in den Vorstand wiedergewählt worden: Schriftführerin Finja Schmidtpott (von links), Kassenwartin Lea Sirowitzki, Gruppenleiter Rasmus Schmahl, Gruppenführerin Imke Mierisch und ihre Vertreterin Janice Lalla.

Mehr als die Hälfte der Moorreger Nachwuchsretter sind weiblich. Rasmus Schmahl übernimmt die Leitung von Lea Sirowitzki.

shz.de von
13. Januar 2015, 16:00 Uhr

Auf den Zeltlagern der Jugendfeuerwehr stechen die Moorreger Nachwuchsretter heraus. „Es gibt zwar einen Trend zu mehr Mädchen, aber bei uns ist das schon extrem“, sagte der neue Gruppenleiter Rasmus Schmahl (15). Auf der Hauptversammlung wurde der Moorreger einstimmig zum neuen Chef gewählt, nachdem Leiterin Lea Sirowitzki (15) nicht wieder kandidiert hatte. Als Begründung nannte sie den Beginn ihrer Abiturphase. „Ich will mich mehr auf die Schule konzentrieren“, sagte sie. Daher gab es quasi einen Postentausch: Schmahl übernahm ihren Platz an der Spitze, sie seine Kassenpflichten. Der übrige Vorstand wurde im Amt bestätigt: Finja Schmidtpott (14) bleibt Schriftführerin, Imke Mierisch (16) Gruppenführerin, Janice Lalla (15) ihre Stellvertreterin – alles Mädchen, eine Besonderheit der Moorreger Jugendwehr. Von 19 Mitgliedern sind zehn weiblich. „Wir behandeln Mädchen vorurteilsfrei. Die können auch mal einen Schlauch allein tragen“, sagte Sirowitzki zum offenbaren Gleichstellungserfolg. Dass die jüngeren Mädchen mit dem weiblichen Vorstand viele Vorbilder haben, hält sie für ein weiteres Pfund.

Auffällig ist in der Truppe aber auch die große Anzahl der jungen Mitglieder von zehn bis 14 Jahren. Gruppenführerin Mierisch ist mit 16  Jahren die Älteste. „In unserem Alter haben die meisten ihre Hobbys gefunden. Dann ist es schwer, sie noch für die Jugendwehr zu begeistern“, sagte Schmahl. Mancher tritt dann auch aus.

In 2014 kamen auf sechs Ab- ebenso viele Zugänge. Die Fluktuation ist kaum vorherzusagen, weiß Jugendwart Thorsten Grünefeldt. Sirowitzki schätzt ohnehin die Jungmitglieder: „Die sind mit Elan dabei. Das macht Spaß, mit denen zu arbeiten.“ In ihrem Alter könne man – wie sie – schon einmal stur werden. „Die Kleinen sehen zu uns auf. Es ist schön, für sie etwas zu organisieren“, sagte Sirowitzki.

95 Stunden wurden 2014  für feuerwehrtechnische Ausbildung aufgewandt, fast doppelt so viel, 171, floss mit Zeltlager oder Ausflug in den Hansapark in allgemeine Jugendarbeit. „Wir wollen die Kinder auch im Miteinander fördern“, sagte Grünefeldt. Damit die Kinder keine kalten Ohren bekommen, wurden 40 Wollmützen aus eigenen Mitteln angeschafft. „Es ist toll, was wir von Gemeinde und Firmen bekommen. Dadurch können wir das finanzieren“, sagte der Jugendwart.

Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg (CDU) bedankte sich für das Engagement der Jugendlichen, wie beispielsweise als Platzanweiser beim Neujahrsempfang der Gemeinde, und berichtete von 500 Euro, die am Morgen eine Firma als Spende bei ihm eingereicht hatte.

Wehrführer Sven Heitmann betonte die gute Arbeit der sieben Ausbilder. „Ihr seid in eurem Auftreten ein Vorbild. Ihr achtet auf Aufmerksamkeit, Ehrlichkeit und Respekt“, sagte Heitmann. Ein dickes Lob von Kreisfeuerwehr-Finanzchef Frank Thomsen konnte Jan Sudeck einheimsen, der die Moorreger im Kreisjugendfeuerwehrausschuss als Fachwart „Wettbewerbe“ vertritt. „Er hat die Arbeit dort wirklich vorangebracht“, sagte Thomsen.

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