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Barlach go young : Jugendliche zeigen Videokunst im Museum in Wedel

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Zum fünften Mal hat das Ernst-Barlach-Museum Jugendliche zu Museumsbotschaftern ausgebildet. Ihre künstlerische Abschlussarbeit zeigen die elf Teilnehmer am 24. Februar im Rahmen einer öffentlichen Museums-Party.

Wedel | Die Museumsbotschafter vom Ernst-Barlach-Museum in Wedel nehmen diesmal die Kinder ins Visier. Die fünfte Runde des Jugendprojekts „Barlach go young“ hat als ein Ergebnis ihrer fünfmonatigen Ausbildung eine kreative Führung für Grundschulklassen entwickelt, in der Schülern die aktuelle Hundertwasserausstellung mit allen Sinnen erfahrbar gemacht werden soll. „Kunst ist ein Medium, um Gesellschaft zu verstehen“, erklärt Heike Stockhaus, Museumsleiterin und verantwortlich für das Jugendprojekt. Diese grundlegende Erkenntnis mussten die Museumsbotschafter erst einmal für sich begreifen, um sie danach einem Publikum vermitteln zu können.

Erst einmal eroberten die Jugendlichen also die Kunst Hundertwassers für sich selbst. Sie stiegen auf Leitern, legten sich auf den Museumsboden und setzten sich in alle möglichen Winkel und Ecken der Schau, um einen neuen Blickwinkel auf die Exponate zu bekommen. Sie durchstreiften die Ausstellung mit Schallschutz auf den Ohren, um sich eine neue Wahrnehmung für die Kunst zu erschließen.

Das Kinderprogramm legten die Botschafter schließlich als eine Forschungsreise an. Die führt nicht nur in Form von Erklärungen zum Künstler Hundertwasser, sondern auch durch eigenes kreatives Gestalten. Die Grundschüler werden ein Hundertwasserhaus bauen und in unterschiedlichen Spielen selbst zum Teil eines Bildes werden.

Auch aus Pinneberg reisen Kinder an

Die sechs möglichen Termine am 15. und 17. Februar waren schnell weg, sagt Stockhaus nicht ohne Stolz. In Wedel griff vornehmlich die Altstadtschule zu, aber auch aus Pinneberg reisen Kinder an.

60 bis 70 Stunden investieren die Museumsbotschafter in ihre Ausbildung. Neben kunstgeschichtlichem Wissen, methodischen Ansätzen und der Vermittlungsarbeit lernen sie ebenso, die Presse zu bedienen und die vielen organisatorischen Aufgaben rund um eine Ausstellung anzugehen. Darüber hinaus sollen sie auch selbst kreativ sein. Die Gruppe erstellt jeweils ein Kunstprojekt.

Diesmal ist es bei den elf Jugendlichen dieses Jahrgangs eine Videoinstallation in der Art des südkoreanisch-us-amerikanischen Medienkünstlers Nam June Paik geworden. „Wir benutzen gern große Kunstvorbilder“, erläutert Stockhaus lachend. Mit künstlerischer Unterstützung der Filmerin Ariane Bethusy-Huc und des Wedeler Konzeptkünstlers Arne Lösekann, der 2015 mit dem Kulturpreis des Kreises Pinneberg ausgezeichnet wurde, haben alle Teilnehmer jeweils einen kleinen Videofilm aufgenommen – mit ihren Smartphones. Das Instrument sei extra gewählt, erläutert Stockhaus. Und berichtet begeistert davon, was die Jugendlichen aus den kleinen Daddel-Kisten alles herausgeholt haben.

Thema: „Gestalten einer besseren Zukunft – Utopie?“

Das aktuelle Projektthema, „Gestalten einer besseren Zukunft – Utopie?“ sei völlig unterschiedlich angegangen worden, sowohl auf das Leitmotiv als auch auf die ästhetische Gestaltung bezogen. Die Jugendlichen haben Themen wie Individualität, Recht auf Träume, Mensch und Natur, die Auswirkung der Kleidung, aber auch Krieg und Kinder oder die ungerade Linie bearbeitet.

Im Rahmen einer Party im Museum soll die Mix-Media-Insallation am Freitag, 24. Februar, dem Publikum vorgestellt werden. Eingeladen sind nicht nur die Schüler der weiterführenden Schulen, sondern alle interessierten Menschen, betont Stockhaus. Los geht es in Barlachs Geburtshaus um 17 Uhr.  
 

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erstellt am 03.Feb.2017 | 16:00 Uhr

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