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KiJuz in Wedel : Jugendliche stehen im Mittelpunkt

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Kinder- und Jugendzentrum Bekstraße ist ein Ort zum Chillen und Reden. Anprechpartner bei schulischen Problemen.

Wedel | „Wir machen heute alles wie immer, nur durften heute alle rein, die es sonst nicht dürfen“, sagt Maren Kallies, Leiterin des Kinder- und Jugendzentrums (Kijuz) in der Bekstraße. Die, die sonst nicht rein dürfen, sind Eltern, Verwandte, Kinder unter acht Jahren sowie Oma und Opa. Fünf hauptamtliche Mitarbeiter, ein Bufdi (Bundesfreiwilligendienstler) sowie Honorarkräfte sind für die zu Betreuenden zwischen acht und 21 Jahren vor Ort da. „Unsere Hauptzielgruppe sind die Jugendlichen zwischen zwölf und 18 Jahren“, so Kallies.

Ein normaler Tag im Kijuz heißt vor allem für die Jugendlichen verfügbar sein und machen, was diese wollen. „Sie können sich hier ohne Bewertung ausprobieren. In unserer Gesellschaft geht es ja nur noch darum, was man kann. Und weit mehr noch, was man nicht kann“, kritisiert Kallies und nennt den Unterschied zur Einrichtung in der Bekstraße: „Wir schauen allein, was wer kann, und versuchen, die Stärken zu stärken.“

Für viele Jugendliche sei das Kijuz ein fester Anlaufpunkt. „Sie sind quasi Stammkunden“, stellt Kallies lachend fest. Die meisten kommen, um zu chillen – also zum Entspannen. Es wird gequatscht, Billard gespielt, gekickt oder auch einfach mal rumgesessen. „Wir orientieren uns hier an den Interessen der Jugendlichen. Es macht keinen Sinn, etwas anzubieten, was sie nicht wollen“. Das sei eines der zentralen Elemente der offenen Jugendarbeit.

Große Resonanz auf Bewerbungstraining

Andere Jugendliche kommen aber auch mit klaren Problemen – vor allem schulischen – zu den Kijuz-Mitarbeitern. „Sie wollen Gespräche führen, was zu Hause oftmals nicht mehr geht“, berichtet Kallies aus ihrem Alltag. Einmal in der Woche wird ein Bewerbungstraining angeboten, das auf große Resonanz stößt. „Die Kinder kommen nicht mit familiären Problemen zu uns“, betont die Kijuz-Leiterin die Wichtigkeit einer Vertrauensbasis zwischen Kindern und Erwachsenen. Dabei sei oftmals gar nicht direkte Hilfe gefragt: „Häufig reicht es, wenn sie es einfach mal loswerden können“, sagt Kallies.

Viktoria (12, l.) und Alicia (11) spielen lieber „Mensch ärgere Dich nicht“, anstatt Fußball zu schauen.
Viktoria (12, l.) und Alicia (11) spielen lieber „Mensch ärgere Dich nicht“, anstatt Fußball zu schauen. Foto: Fröhlig
 

Durch die gestiegene Zahl jugendlicher Flüchtlinge hätten sich die Ansprüche nur indirekt geändert. „Die Arbeit ist niedrigschwelliger geworden. Die Flüchtlinge haben die gleichen Sorgen und Nöte – oder vielleicht ein paar mehr, wenn sie nicht wissen, ob sie bleiben dürfen“, so Kallies. Derzeit sei die Herausforderung, eine gemeinsame Sprache zu finden. „Viele lernen sehr gut und schnell, so dass die Kommunikation leichter wird“, erläutert sie. Ihr Fazit: „Das Schöne hier ist, dass Kinder und Jugendliche sein können, wie sie wollen, und dass sie kommen und gehen können, wann sie wollen.“

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erstellt am 13.Jun.2016 | 13:30 Uhr

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