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Wedel-Schulauer Tageblatt

24. November 2017 | 17:34 Uhr

Jugendbeirat vor der Auflösung?

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Abschied Im November wird in Hetlingen ein neues Gremium der Nachwuchsvertretung gewählt/Es fehlen noch Kandidaten

Am Ende wurde es fast sentimental. Die Mitglieder des Hetlinger Kinder- und Jugendbeirats traten zu ihrer letzten Sitzung zusammen. Von den derzeitigen Mitgliedern kann im November niemand wiedergewählt werden. Entweder sind sie inzwischen über 21 Jahre und damit zu alt oder sie wohnen nicht mehr in Hetlingen. So zogen sie noch einmal Bilanz und waren selbst überrascht, wie sehr ihnen das Engagement für die Gemeinde ans Herz gewachsen ist und wie schwer ihnen der Abschied fällt. „Es war eine prägende Zeit“, so das Fazit des Beiratsvorsitzenden Julius Körner.

Was die fünf Mitgründer Leon Gerhartz, Florian Kleinwort, Julius Körner, Janne Martinsteg und Bennet Skibbe am meisten betrübt, ist die ungewisse Zukunft des Gremiums. Wenigstens fünf Kandidaten müssen sich zur Wahl stellen, um die vorgeschriebene Mindestzahl von Beiratsmitgliedern zu erreichen. Mehr dürfen es gerne sein, denn dem Beirat dürfen bis zu elf Kinder und Jugendliche angehören. Aber weniger als fünf geht nicht und bis jetzt gibt es noch nicht genügend Zusagen.

Die Mindestzahl erreicht inzwischen selbst der amtierende Beirat nicht mehr, seitdem Martinsteg aus beruflichen Gründen nach Hamburg umgezogen ist. „Niemand kann voraussehen, was das Leben in den nächsten zwei Jahren bringt“, resümierte auch Bürgermeisterin Monika Riekhof (CDU). Es gebe aber keinen Zwang, die volle Amtszeit durchzuhalten.

Das war eines der Argumente, um fünf Gästen der Sitzung, Zwölf- bis 14-jährige aus dem Dorf, die Entscheidung für eine Kandidatur zu erleichtern. Interesse hätten sie, so ihre Einlassungen, aber ganz sicher waren sie sich noch nicht. „Es ist gar nicht viel Arbeit“, lockte Körner. Nur vier Sitzungen pro Jahr seien Pflicht, alles Weitere sei freiwillig. „Und für jede Sitzung gibt es 20 Euro von der Gemeinde“, legte er nach.

Die fünf potentiellen Nachfolger kicherten verlegen. Das öffentliche Sprechen vor dem Gremium fiel ihnen offensichtlich schwer. Wahrscheinlich ist das den Beiratsgründern vor vier bis fünf Jahren ähnlich ergangen. Jetzt aber sprachen sie wohl artikuliert, formulierten ihre Aussagen klar und deutlich. Ein persönlicher Zugewinn aus ihrer Beiratserfahrung, der ihnen selbst vielleicht gar nicht so bewusst ist. Sonst hätten sie ihn anführen sollen, er wäre ein sehr überzeugendes Argument für das politische Engagement.

Stattdessen lenkten sie ihren Blick auf das, was sie für die Gemeinde erreicht haben, auch das eine stolze Bilanz: Da ist der Nachtbus, mit dem Jugendliche inzwischen am Wochenende von Veranstaltungsbesuchen in Wedel oder Hamburg wieder nach Hause fahren können. Oder der Einsatz für den Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Dann der Erhalt der Grundschule vor Ort. Nicht zuletzt ihre Initiative für den Schulwald, die sie allerdings als unvollendete Baustelle hinterlassen, wie Körner einräumte.

Um Geld ging es auch. Fast 310 Euro haben die jungen Leute auf dem Konto, Spenden von Mitbürgern oder Firmen. Falls der Beirat sich mangels neuer Mitglieder auflösen sollte, geht dieser Betrag an die Gemeinde über. Das wollen die jungen Leute verhindern, also müssen die Euros vorher auf dem Kopf gehauen werden. Aber nicht nur für die eigene Abschiedsfeier. Mit den ersten 100 Euro will der Beirat einen ansehnlichen Weihnachtsbaum für die Seniorenfeier stiften.

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