JRG-Dach: Neubau statt Sanierung?

Unterstufen-Trakt: Stadt will drei Varianten prüfen

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27. Oktober 2018, 16:00 Uhr

Neue Hiobsbotschaft für Schüler und Lehrer des Johann-Rist-Gymnasiums Wedel (JRG): Entgegen ersten Prognosen besteht keine Aussicht auf eine kurzfristige Sanierung der Deckenkonstruktion des Unterstufentrakts. „Die Sache ist komplizierter als nur ein Dach zu reparieren. Die Beschlussvorlage hat sich in Teilen bereits überholt“, musste Wedels Bauamtsleiterin Gisela Sinz am Donnerstagsabend im Bauausschuss mitteilen.

Nähere Untersuchungen hätten einen Sanierungsstau in dem Gebäude-Ensemble aus den 1960er Jahren aufgezeigt: „Innenhöfe, Sanitäranlagen, die Böden: Wenn wir jetzt anfangen, müssten wir mehr machen und kommen mit den veranschlagten 600 000 Euro nicht aus“, sagte Sinz. Konsequenz: Statt schnellstmöglich Baufirmen zu beauftragen, werden nun zunächst Planer engagiert, die verschiedene Optionen für das Gymnasium prüfen sollen – bis hin zu einem Erweiterungsneubau.

Denn neben den Mängeln im Bestand wies Sinz auf einen weiteren Faktor hin: Platzprobleme. Als Gründe nannte sie zum einen die Rückkehr zu G 9. Zum anderen gebe es steigende Schülerzahlen. Ursprünglich sei das Gymnasium als vierzügige Schule konzipiert, tatsächlich seien Jahrgänge auch fünf- oder sechszügig. Man müsse daher auch einen weiteren Raumbedarf berücksichtigen, so Sinz. Das Thema solle daher dringend auch im Bildungsausschuss gemeinsam mit der Schule angegangen werden.

Die Bauamtsleiterin zeigte drei Optionen auf, die zu prüfen wären: eine Investition im Bestandsbau sowie ein eingeschossiger oder auch ein zweigeschossiger Neubau, um auch dem Raumbedarf Rechnung zu tragen.

Damit ist auch absehbar, dass der Unterstufentrakt doch geräumt werden muss. Erste Anfragen bei Containerherstellern laufen bereits. Ergebnis: „Das kostet und kommt frühestens im Januar“, so Sinz. Die Verwaltung werde weitere Anbieter kontaktieren. Als Standorte für die Container kämen das Kleinspielfeld und „leider auch der Parkplatz“ infrage, sagte Sinz.


Container sind bereits angefragt

Bis diese Zwischenlösung greife, müsse die Schule zunächst mit den Stützen leben, mit denen die Decken der Unterstufenräume gesichert sind (unsere Zeitung berichtete). Auch wenn klar sei, dass dies für Unruhe und Unzufriedenheit sorge und nicht zuletzt ein Unfallrisiko berge. Um dies zu minimieren, sollen die so genannten Drehsteifen umwickelt werden. Wo Funktionen im Klassenraum beeinträchtigt sind, werde auch versucht, die Stützen zu versetzen. „Das ist unbequem. Trotzdem muss es zunächst eine ordentliche Prüfung geben. Und wir hoffen auf eine gute Lösung“, sagte Sinz.

Gefragt nach dem zeitlichen Horizont für die Baumaßnahme, erläuterte die Verwaltungsmitarbeiterin: Eine Instandsetzung würde etwa ein Jahr dauern. Beim Neubau würde der Abriss voraussichtlich im nächsten Sommer erfolgen und sich nochmal ebenfalls rund ein Jahr Bauzeit anschließen. „Und das ist schon sportlich“, so Sinz.

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