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Wedel-Schulauer Tageblatt

25. Mai 2017 | 14:18 Uhr

Jörg-Balack-Weg bleibt unbefestigt

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Bauausschuss Pflasterung von CDU und Teilen der WSI erneut abgelehnt / Sicherheitsrisiko und Folgekosten als Kontra-Argumente

Altbekannter Beschlussvorschlag mit altbekanntem Abstimmungsergebnis: Erneut hat eine Mehrheit im Umwelt-, Bau- und Feuerwehrausschuss der Befestigung des Jörg-Balack-Wegs zwischen Caudry-Platz und Riststraße eine Absage erteilt. Allerdings mit denkbar knappem Ausgang: Stand 2012, im Jahr der tiefsten Haushaltskrise, das Nein noch bei SPD-Enthaltung auf ganz breiter Basis, so war es nun lediglich die CDU, die bei geschlossener Ablehnung blieb. Dazu gab’s eine Nein-Stimme und eine Enthaltung von der WSI. SPD, Grüne, Linke und FDP brachten es lediglich auf ebenfalls sechs Ja-Stimmen. Ein Patt mit Folgen: Beschluss gescheitert.

Infrastrukturverbesserung im Stadtgebiet für Fußgänger und Radfahrer: Das Ziel wurde bereits vor Jahren am Runden Tisch Mühlenstraße festgezurrt. 100  000 Euro veranschlagte die Verwaltung jetzt für diese Maßnahme. Das Problem ist ebenfalls lange bekannt: Nach Regen ist der Weg, den unter anderem Rist- und Altstadtschüler nutzen, entweder nur mit gravierenden Folgen für Kleidung und Material oder gar nicht zu passieren. Die CDU setzte erneut Sicherheitsbedenken dagegen: Ein Gefälle aus Richtung Riststraße, das in einer Kurve endet, berge mit befestigtem Untergrund und also potenziell erhöhter Geschwindigkeit Gefahren für Fußgänger. Oder auch für Radler, die etwa bei Glatteis direkt in den Mühlenteich steuern könnten, wiederholte CDU-Sprecher Ulrich Kloevekorn die Argumente von 2012. Ingrid Paradies (WSI) wies zudem auf Folgekosten wie Winterdienst hin.


„Das ist an den Haaren herbeigezogen“


Folgekosten gebe es auch bei der Instandhaltung und Wiederherstellung wassergebundener Wege, konterte Johannes Schneider (Linke). Rainer Hagendorf, Mitglied im Umweltbeirat, bei den Grünen und bis vor kurzem beim ADFC, sprach von einem „Katastrophenszenario“ der CDU, das „an den Haaren herbeigezogen ist“. Das Gefälle werde falsch beurteilt, so Hagendorf: „Durch eine Versiegelung wird der Weg nicht schneller.“ Die Nein-Sager verweigerten sich, „obwohl es zu den strategischen Zielen der Stadt gehört, eine ordentliche Infrastruktur für Radfahrer, Fußgänger oder auch Menschen mit Rollatoren zu schaffen“.

Lucas Harder erklärte für den Jugendbeirat, der zuletzt 2016 eine Befestigung gefordert hatte: „Es geht darum, eine Alternative zur Mühlenstraße zu schaffen.“ Bei durchweichtem Untergrund würden Radfahrer auf die Mühlenstraße ausweichen und dort häufig den Gehweg nutzen. „Da wird es dann wirklich gefährlich.“ Dem pflichtete Tobias Niemeyer (SPD) bei. Er selbst sei während seiner Schulzeit täglich auf dieser Strecke unterwegs gewesen und können Harders Beobachtung bestätigen. Die Befestigung sei nicht umsonst über die Radwege-AG wieder als Beschlussvorlage nach vorn gebracht worden.

Helmut Thöm erklärte für die FDP: „Früher waren wir dagegen, jetzt unterstützen wir die Befestigung und damit eine bezahlbare Verbesserung des Radnetzes.“ Gefahren entstünden nicht durch Pflasterung, sondern durch Matsch in der Kurve. Und Ralf Sonntag (Grüne) hielt das Sicherheitsargument der CDU schlicht für absurd: „Wenn eine Befestigung des Wegs ein Sicherheitsrisiko ist, sollen wir dann im Gegenzug auch die anderen Wege wieder entfestigen? Das wäre die logische Konsequenz.“

Hagendorf wies noch auf die Benutzungspflicht für den kombinierten Geh- und Radweg hin. „Er muss also baulich in einem akzeptablen Zustand sein. Ich appelliere an ihren gesunden Menschenverstand.“ Ohne Erfolg.

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erstellt am 16.Mai.2017 | 16:00 Uhr

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