zur Navigation springen

Wedeler Geschichte : Jetzt werden Erinnerungen konserviert

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Das Wedeler Stadtarchiv ruft auf: Her mit den Wedeler Geschichten. Und das Wedel-Schulauer Tageblatt will helfen. Geschichten aus Wedels Geschichte werden künftig in der Freitag-Ausgabe Zeitung präsentiert.

shz.de von
erstellt am 20.Dez.2013 | 16:00 Uhr

Wedels Gedächtnis sitzt im Rathaus, genauer in dessen Keller. Im Stadtarchiv von Anke Rannegger wird gesammelt, was an Fotos, Zeitungen, Urkunden, Protokollen von jüngster bis ältester Vergangenheit der Rolandstadt zeugt. So es denn dahin kommt. Viele Schätze und Geheimnisse schlummern noch in Erinnerungen, auf den Dachböden und in den Schubladen von Wedelern. Und genau da will Wedels neue Geschichtswerkstatt von Stadtarchiv und Volkshochschule um Rannegger und VHS-Dozent Arno Schöppe ran.

„Jedem ergeht es so: Bestimmte Ereignisse möchte man am liebsten vergessen, von einigen aber ist man überzeugt, dass die Erinnerung daran erhalten bleiben muss“, sagen Rannegger und Schöppe. „Die heutige Großelterngeneration erinnert sich an Krieg, Bombardierung, Flucht und Vertreibung. Eingeprägt sind aber auch Zeiten als Pimpf oder BDM-Mädel. Die Elterngeneration erinnert sich vielleicht an politische Demonstrationen, den Mauerfall, aber auch an Demütigungen, Brände oder andere Ereignissen, die das Leben prägen. Jeder hat Geschichten zu erzählen. Von persönlichen Schicksalen, aber auch von kollektiven Desastern.“

Auftakt zu einer neuen Tageblatt-Serie

Diese Erinnerungen zu sammeln, hat sich die Geschichtswerkstatt anlässlich des anstehenden „Tags der Archive“ im März zur Aufgabe gemacht. Und das Wedel-Schulauer Tageblatt will helfen. Geschichten aus Wedels Geschichte werden künftig in der Freitag-Ausgabe Zeitung präsentiert. Verbunden mit dem Aufruf, Rannegger und Schöppe noch mehr Stoff und Bilder zu liefern, um Geschehenes konservieren zu können. Als eine Sammlung von „Gedenkzetteln“, so die Historiker.

Zudem soll es eine Präsentation von ausgewählten Beiträgen am Tag der Archive selbst – Sonnabend, 8. März – im Stadtarchiv geben. Beispiel gefällig?

Im Januar 1943 freute sich die zehnjährige Marion aus der Bündtwiete über den starken Frost, der die zugefrorenen Gräben in wunderbare Rutschbahnen verwandelte. Plötzlich während ihres Spiels peitschte ein Schuss durch die Feldmark. Getroffen von zehn Schrotkugeln schrie die Schülerin auf. An rechter Schläfe, hinter dem Ohr, an Arm, Bauch und Brust getroffen, wurde sie blutend von den Schützen ins Wedeler Krankenhaus eingeliefert. Dort wurden mehrere Durch- und Einschüsse diagnostiziert, die zwei Wochen später operativ entfernt wurden. Glücklicherweise verheilten die Wunden ohne größere Spätfolgen. Folgen für die Wedeler Jäger, die eigentlich auf der Hasenjagd waren, gab es keine. Marions Vater sah von einer Anzeige ab und die Polizei stellte die Ermittlungen ein. Pikanterweise war unter den schießwütigen Weidmännern der Schulrektor von Marions Schule: Arnold Hufe.

Kontakt

Kontakt: Stadtarchiv Wedel, Rathaus, Zimmer 22, geöffnet Montag bis Mittwoch von  8 bis 13 Uhr, Donnerstag von  15 bis 18 Uhr sowie Freitag von 8 bis 12 Uhr,  (04103) 707215, a.rannegger@stadt.wedel.de

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen