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Wedel-Schulauer Tageblatt

20. August 2017 | 19:45 Uhr

Jeder gibt sein eigenes Tempo vor

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Seit fast 25 Jahren gibt es den Lauftreff Haseldorfer Marsch / Zwangloser Team-Sport ohne Vereinsanbindung auch für Walker

Wenn sich der „Lauftreff Haseldorfer Marsch v. 89“ trifft, heißt es für die Mitglieder nicht Zähne zusammenbeißen und sich für den nächsten Marathon quälen, sondern fröhlich plaudernd durch die Marsch oder Holmer Sandberge laufen. Treff-Gründer Gerd Jantzen (73) hat 117 Marathons auf dem Buckel, in Hamburg in den vergangenen 29 Jahren seit Anbeginn keinen verpasst und trainiert sogar triatlethisch. Die Essenz des Lauf-Treffes fällt überraschend aus, wenn man um seinen Eifer weiß: Klönen macht den Reiz seiner Truppe aus – für Jantzen gibt es da nicht viel zu überlegen. Von Gesprächen über die Kinder bis zur großen Politik ist alles dabei.


„Bei uns läuft keiner allein“


„Darum treffen wir uns eigentlich: Es geht um den Spaß, darum, dass es lustig ist, gemeinsam zu laufen“, sagt Petra Dwinger. Weiterer Vorteil: regelmäßiges Aufraffen. „Und dann ist da noch die frische Luft“, findet Heiko Krohn, der vor drei Jahren den Chefposten von Jantzen übernommen hat.

Gegründet hatten Gerd  und Roswitha Jantzen (76) den Lauftreff 1989 zum 800-jährigen Jubiläum Haseldorfs. Bis 2000 wurden sogar zehn Volksläufe mit bis zu 1000 Teilnehmern veranstaltet. „Aus Hamburg war die Crème de la Crème dabei“, erinnert sich Roswitha Jantzen.

Eine Sparte des Turnvereins Haseldorf war der Treff in den 1990er-Jahren. Heute ist die Gruppe lediglich beim Schleswig-Holsteinischen Leichtathletik-Verband eingetragen. Zehn Euro Versicherungsbeitrag fallen für die 20 Mitglieder jährlich an. 14 bis 16 von ihnen kommen regelmäßig. Mittwochs startet die Crew, zu der auch Hetlinger, Heistmer und Moorreger gehören, um 19 Uhr an der Haseldorfer Sporthalle. Von dort geht es stets über den „Großen Landweg“ Richtung Haselau. Etwa zehn Kilometer legen die Läufer zurück. „Im Herbst kann man auf dem Weg Äpfel pflücken“, sagt Krohn. Im Winter trifft sich das Team sonntags in den Holmer Sandbergen zu einem einstündigen Lauf – auch bei Null Grad. Nur bei Gewitter oder Glatteis werden Ausnahmen gemacht.

Die Sportler haben zwei Mottos: „Lieber schöne Erlebnisse als Zeiten und Ergebnisse“ und „Bei uns läuft keiner allein“. Je nach Belieben tun sich die Läufer spontan in Kleingruppen zusammen, um ihrem individuellen Tempo nachgehen zu können. Mancher trainiert wie der Heistmer Extrem-Ausdauersportler Uwe Schinz wieder für die nächste Marathon-Herausforderung, andere haben kleinere Ziele. „Wir finden uns – wer grad da ist“, sagt Dwinger.

Albrecht Leuschner hat an Marathons keinen Narren gefressen. Einen hat er mitgemacht. Angesichts der Trainingszeit reicht ihm die Erfahrung fürs Leben. Leuschner: „Ich komme nur zum Treff, damit es mit gut geht.“

Vier Walker hat der Treff mittlerweile auch. Mindestens ein Partner wird für jeden gefunden. „Wir Alten halten zusammen“, sagt Roswitha Jantzen. Und wer intensiv trainieren will, kann sich für spezielles Training verabreden.

Auch Kinder und Enkel waren immer wieder mit dabei. Stolz erzählt Ebert von ihren laufbegeisterten Söhnen. Leuschner hatte zwischen den Feiertagen Besuch von seinem Sohn Alexander: Der Rosenheimer Student nutzte die Gelegenheit und begleitete den Vater, um für den Hamburger Hindernislauf „Urbanathlon“ zu trainieren. Seine Moorreger Freundin Johanna Becker nahm er als Gastläuferin gleich mit.

Nachwuchssorgen hegt Altmeister Gerd Jantzen ohnehin nicht. Zwar beschränken sie die Jungen auf Gastspiele, aber ab 40 Jahren und aufwärts ist den Mitgliedern noch langes gemeinsames Laufen oder Walken möglich. Von Januar bis Dezember ist die Gruppe möglichst bei jedem Volkslauf in der Umgebung dabei: in Wedel, Pinneberg-Waldenau oder Itzehoe.

Zwei Staffeln für den Hamburg-Marathon sind wieder geplant. Das 25-jährige Bestehen soll im Sommer mit einem Lauf in der Lausitz gefeiert werden. Eine gemeinsame Ausfahrt im Jahr ist Tradition. Ebenso wie warmer Tee und Kekse nach dem Laufen.

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erstellt am 04.Jan.2014 | 16:00 Uhr

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