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Ausstellungseröffnung in Holm : Jan Herzberg ist Arzt und Künstler

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Jan Herzberg, Arzt und ehemaliger Schüler des Wedeler Johann-Rist-Gymnasiums, zeigt unter dem Titel „Vergangenheits-Visionen“ in den Räumen des Holmer Unternehmens Bernhardt Apparatebau 33 Bilder.

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2017 | 16:00 Uhr

Holm | Gleich beim Hereintreten durch die Tür in die Glashalle der Firma Secumar in Holm trifft der Gast auf ein 1,4 mal zwei Meter großes Werk des aktuell ausstellenden Künstlers Jan Herzberg. Es trägt den Titel „Mohnwiese“ und zeigt tatsächlich in der Mitte des Bildes eine romantische, in tiefem Rot blühende Wiese mit Mutter und Kind. Nur um das Idyll herum befinden sich aufgebrochene Vierecke und ein dunkelhäutiger kleiner Junge, der wegläuft durch rote Mohnblüten, die wie blutige Fußabdrücke wirken.

Jan Herzberg (Mitte), Gastgeber Jan-Ulrich Bernhardt (links) und Laudator Jürgen Doppelstein vor einem Bild, das die Familie Bernhardt zeigt.
Jan Herzberg (M.), Gastgeber Jan-Ulrich Bernhardt (l.) und Laudator Jürgen Doppelstein vor einem Bild, das die Familie Bernhardt zeigt. Foto: Kirsten Heer

Dieses beeindruckende Bild, gemalt in Mischtechnik auf Leinwand und 33 weitere aussagestarke Bilder des 33-Jährigen, der zurzeit am Universitätsspital Basel seinen Facharzt der Inneren Medizin macht, wurden am vergangenen Freitagabend auf der festlichen Vernissage in der Kultur-Reihe „ars secumaris“ unter dem Titel „Vergangenheits-Visionen“ vorgestellt.

Nach einer musikalischen Einstimmung der Schüler Alexander und Philip Behse am Flügel, die solo oder zu zweit, mit und ohne ihre Lehrerin Julia Bernhardt flotte Stücke wie „Chim Chim Cheree“ aus dem Film Mary Poppins spielten, begrüßte Gastgeber Jan-Ulrich Bernhardt gut gelaunt die mehr als 80 Gäste und den Künstler. Er freue sich ganz besonders, die Bilder des Juniors Herzberg zur 22. Vernissage im Rahmen von Kulturreihe ausstellen zu dürfen. Denn die Eltern beider Familien kennen sich seit Jahrzehnten.

Die Laudatio hielt der Kurator und Vorsitzende der Ernst-Barlach-Gesellschaft, Jürgen Doppelstein, der die Kunstausübung für einen „wesentlichen Bestandteil unserer Gesellschaft“ hält. Die Kreativität stelle die Verbindung von der so wichtigen Stimme der Kunst und dem Leben dar. Mit seiner „visuellen Intensität“ gehöre Herzberg unbedingt zu diesen Stimmen, sagte Doppelstein und beschrieb seine Bilder als „tiefsinnig ironisch mit poetischen Abstraktionen, kleinen Statements, humorvoll eingesetzten Miniaturen, leuchtend ekstatischen bis dunkel unheimlichen Farben und Kollagen, die ein neues Ganzes schafften in klar durchkomponierten Bildern, in denen das Raumempfinden des Künstlers sichtbar werde“.

Das großflächige Bild „Wolken“ in der Technik Öl und Acryl auf Leinwand.
Das großflächige Bild „Wolken“ in der Technik Öl und Acryl auf Leinwand. Foto: Kirsten Heer

Weiterhin öffnete der kundige Doppelstein, der sich selber ein wenig als „Diener der Interpretation“ betrachtet, die Sicht auf „surreale Begegnungen von Menschen und Mischwesen und auf geheimnisvolle Mitteilungen von weit her“.
Begeistert zeigte er sich von der Wonne, mit der Herzberg seine Bilder in Öl, Acryl, Mischtechniken, Graffiti, Federzeichnungen, Filzstift oder über Kollagen entstehen lasse und dabei „gefährdete Geschöpfe zart entfalte“. Herzberg bedankte sich herzlich beim Laudator für die erklärenden Worte, er selber hätte die Bedeutung seiner Bilder nie in dieser Weise formulieren können.

Wer ebenfalls in die „Vergangenheits-Visionen“ blicken möchte, hat am Holmer Bredhornweg während der Bürozeiten von 8 bis 16.30 Uhr und freitags bis 13.30 Uhr die Gelegenheit dazu.

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