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Harter Kampf für das Biotop : Jahreshauptversammlung des Vereins „Schutz des Tävsmoores“

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Gute Nachbarschaft beflügelt den Tävsmoor-Schutz. Artenvielfalt der Schmetterlinge hat sich auf 800 vervielfacht.

Heist | Etwa die Hälfte der 134 Mitglieder waren da, als Ehrengäste machten Vertreter benachbarter Naturschützer ihre Verbundenheit mit dem Verein „Schutz des Tävsmoores“ sichtbar. Erstmals nahm auch der Moorreger Amtsdirektor Rainer Jürgensen an der Jahreshauptversammlung des Vereins teil. Der Heistmer Bürgermeister Jürgen Neumann (CDU) ließ es sich trotz einer Erkrankung nicht nehmen, eine Begrüßungsansprache zu halten. Auch Appens Bürgermeister Hans-Joachim Banaschak (CDU) war gekommen, ebenso Norbert Jaedike vom Verein Tourismus in Marsch und Geest. Und von allen Seiten gab es Lob für „Mr. Tävsmoor“ Johann Behnke, den unermüdlichen Vorsitzenden der Natur-Schützer.

Der Verein „Schutz des Tävsmoores“ kümmert sich um das Tävsmoor/Haselauer Moor, ein Naturschutzgebiet im Kreis Pinneberg. Es ist zwei Kilometer lang, etwa 500 Meter breit und umfasst eine Fläche von circa 150 Hektar. Es entstand in der letzten Nacheiszeit vor etwa 12.000 Jahren. Das Naturschutzgebiet besteht aus zwei Übergangsmooren mit Niedermoor- und Hochmoorstadien, dem angrenzenden, teilweise wechselfeuchten Grünland, offenen Wasserflächen und Wasserläufen. Es liegt auf den Gemeindegebieten von Appen und Heist und grenzt an den Flugplatz Heist. Die Fläche wurde 1995 unter Naturschutz gestellt.

Die Anerkennung war mit Schweiß erworben. Das machten Behnkes Jahresrückblick wie auch die Berichte aus den Arbeitsgruppen deutlich. Denn von den umliegenden genutzten Flächen gehe eine ständige Bedrohung der ursprünglichen Natur aus. Verunreinigtes Wasser sei dabei eine der größten Herausforderungen für die Naturschützer. Eingeschleppte Pflanzen und Tiere nicht minder, denn diese haben hier oft keine natürlichen Feinde und könnten sich so ungebremst zu Lasten der heimischen Arten ausbreiten.

Behnke führte die kanadische Traubenkirsche als Beispiel an. Die vitale Gehölzart verbreite sich vielerorts dramatisch und behindere den Erhalt baumarmer Landschaften. Als eine der Abhilfen nannte Behnke die Ziegenbeweidung.

Dem Überfluss an Wasser begegnen die Tävsmoor-Schützer unter anderem mit Ablaufgräben. Dann wieder müsse Schilf gemäht werden. Aber auch für den guten Zustand der Wanderwege legen sich die freiwilligen Helfer ins Zeug, denn Besucher seien wichtig, um die Wertschätzung der Natur zu stärken. Behnke hatte etliche Anekdoten parat, die zeigten, mit welcher Begeisterung Kinder, aber auch Erwachsene auf Naturphänomene reagieren, die ihnen im Moor begegnen. Vor allem der oft schwankende Untergrund habe es vielen angetan, erzählt der Vorsitzende: „Da fühlen sich die Leute wie auf einem fliegenden Teppich“.

Seltene Vogelarten im Moor beobachten

Besondere Freude bereitete es den Berichterstattern, Erfolge bei der Sicherung der Artenvielfalt zu melden, etwa die Beobachtung seltener Vogelarten, die inzwischen wieder im Tävsmoor brüten. Auch die Schmetterlingsvielfalt nimmt zu. In älteren Broschüren ist von etwas über 60 Arten die Rede. Inzwischen sei erwiesen, dass hier fast 800 Arten vorkommen, nur 50 weniger als im ganzen Land Schleswig-Holstein, meldete Birgit Piepgras.

Ihren Erfolg verdankt der Tävsmoorschutz der guten Zusammenarbeit des Vereins mit allen Nachbarn, den Landwirten und Jägern, den Gemeinden, dem Flugplatz und der Bundeswehr, hob Behnke abschließend hervor.

Für die Appener Unteroffizierschule der Luftwaffe nahm Stabsfeldwebel Thorsten Göpfert den Dank entgegen und revanchierte sich sogleich mit einer faszinierenden Powerpoint-Präsentation als unterhaltsamen Abschluss des Abends. Dafür hatte Göpfert sogar alte Fotos aus den Anfängen des Flugplatzes und der Marseille-Kaserne ausgegraben.

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