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Trotz Verlust wieder Rückvergütung Haselau : Jahreshauptversammlung der Gilde

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Seestermüher-Haseldorfer Mobilien-, Vieh- und Korngilde kämpft mit Mitgliederrückgang.

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2017 | 10:00 Uhr

Haselau | Die Berichte waren kurz. Zugleich so umfassend, dass kaum Fragen offen blieben. Nach weniger als einer Stunde stellte Uwe Plüschau erstaunt fest, dass offensichtlich alle Punkte der Tagesordnung abgehandelt seien. Die Jahreshauptversammlung der Seestermüher-Haseldorfer Mobilien-, Vieh- und Korngilde war zu Ende. Schnitzel und Bratkartoffeln leiteten den geselligen Teil des Abends ein.

Etwa 30 der insgesamt 359 Gildemitglieder waren im Haselauer Landhaus zusammengekommen. Diese Zahl sei leicht rückläufig, teilte Geschäftsführerin Erika Wiechers mit: Fünf Neuaufnahmen im Berichtsjahr standen zehn Abgänge gegenüber. Werbeaktionen im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten zum 175-jährigen Bestehen der Gilde im vergangenen Jahr haben sich nicht recht ausgezahlt, so ihre Bilanz.

Das Beitragsvolumen sei dennoch gestiegen und zwar auf 55.142 Euro, verkündete Wiechers. Das liege am gestiegenen Wert des versicherten Inventars. „Unsere Gilde versichert auf den landwirtschaftlichen Betrieben das Inventar, die Tiere und die Ernteerzeugnisse gegen Feuer. Auch gewerbetreibende Betriebe nutzen unser Know-how gern und lassen ihr Inventar von uns gegen Feuer versichern. Besonderen Wert legen wir darüber hinaus auf die richtige Absicherung in der privaten Hausratversicherung“, hieß es dazu.

Gerade beim Hausrat hinken aber manche Versicherte mit der Aktualisierung hinterher, mahnte Plüschau. Wer weniger als 700 Euro pro Quadratmeter versichere, riskiere im Schadensfall Abschläge bei der Regulierung, so seine Warnung. Im Berichtsjahr hatte es die Gilde mit sechs Bränden zu tun. Eine Brandstiftung war dabei. Fast 14.000 Euro habe die Regulierung gekostet, hieß es Jahresrückblick. Hinzu kamen fünf Sachschäden durch Blitzeinschlag, zwei Fahrraddiebstähle und ein versuchter Einbruch. Einbrüche, bei denen die Täter nichts entwenden, weil die Objekte gut gesichert sind, werden häufiger, referierte Plüschau. Der angerichtete Schaden könne trotzdem ins Geld gehen. 2016 schlug er mit mehr als 8000 Euro zu Buche.

Dass die Gilde 2016 einen Verlust von fast 5000 Euro erwirtschaftet hat, war allerdings weniger den Versicherungsfällen als der aufwendigen 175-Jahr-Feier zuzuschreiben. „Wir wollten uns mal was Schönes leisten“, fasste Wiechers das Votum der Mitglieder zusammen. Und die Rücklagen sind mit 580 000 Euro nach wie vor ein sicheres Polster. Deshalb empfahl der Vorstand für 2016 wieder eine Beitragsrückvergütung von 30 Prozent. „Lieber was für die Mitglieder tun als bei den derzeitigen Zinsaussichten Geld zu horten“, argumentierte die Führungsriege. Das sahen die Mitglieder auch so und billigten den Vorschlag einstimmig.

Dafür vergatterte der Vorstand seine Leute, mehr für die Mitgliederwerbung zu tun. Man müsse nicht in Haseldorf oder Seestermühe wohnen, um die Versicherungsleistungen der Gilde in Anspruch zu nehmen, lockte Plüschau. Vielmehr gebe es bereits Mitglieder in Hamburg, Elmshorn und vielen anderen Orten.

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