Notunterkünfte in Wedel : Ja zur Heinestraße

Die Politik einigt sich mit knapper Mehrheit auf einen dritten Standort: Verwaltung soll Parkplatz Ecke Hasenkamp hinsichtlich Bebaubarkeit prüfen.

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15. Januar 2015, 16:00 Uhr

Wedel | Knappes Votum im Planungs- und im Sozialausschuss für den dritten möglichen Standort, an dem eine neue Notunterkunft gebaut werden könnte: Dienstagabend haben beide Gremien den Parkplatz an der Heinestraße zwischen den Hausnummern 7 und 9 an Platz drei der Prioritätenliste gesetzt.

Die Frage nach Platz vier dagegen scheint weiter offen. Während im Planungsausschuss die meisten Stimmen – Grüne, SPD, FDP und Linke – auf den Tinsdaler Weg 38 fielen, erteilte die Mehrheit im Sozialausschuss dieser Variante eine klare Absage. Begründung: Mit dem Top-Favoriten Feldstraße/Ecke Rudolf-Breitscheid-Straße und den bestehenden Unterkünften in der Bergstraße würde der Tinsdaler Weg zu einer zu große Konzentration auf zu kleinem Raum in Schulau führen. Aufgrund beengter Verhältnisse rechnete die Verwaltung im Tinsdaler Weg neben der Barlach-Schule ohnehin lediglich mit acht Wohneinheiten.

Auf dem Parkplatz Heinestraße dagegen ist ein wenig mehr Platz. Bei zweigeschossiger Bauweise könnten dort bis zu 16 Wohnungen entstehen, hatte die Stadt ermittelt. Voraussetzung ist allerdings eine entsprechende B-Plan-Änderung. Dieter Strüven, Linke-Vertreter im Planungsausschuss, wies indes auf die angepannte Parkraumsituation hin und warnte vor einer deutlichen Verschärfung, wenn in der Heinstraße durch den Bau 35 Stellflächen wegfallen. „Genau so etwas gilt es zu prüfen und abzuwägen“, so Ausschusschef Michael Schernikau (CDU). Seine Partei stimmte wie die Linke gegen die Heinestraße. Die Christdemokraten sahen die Pinneberger Straße 230 an dritter Stelle, die Linke den Bullenseedamm.

B-Plan-Änderung am Steinberg beschlossen

Für die WSI beauftragte Fraktionschef und planungspolitischer Sprecher Joachim Funck die Verwaltung darüber hinaus, den Standort Hasenknick/Moorweg noch einmal zu betrachten. Das Areal ist als Waldfläche ausgewiesen. Die Verwaltung möge prüfen, inwieweit gegebenenfalls eine Umwandlung überhaupt von der zuständigen Behörde mitgetragen würde. Im Sozialausschuss dagegen ging die Aufforderung an die Stadt, noch mehr mögliche Standorte für Unterkünfte als die sieben bereits benannten aufzuzeigen.

Wie berichtet will Wedel in 2015 und 2016 je ein festes Wohnhaus als Notunterkunft bauen, vor allem um der Flüchtlingsunterbringungspflicht nachkommen zu können. Favoriten-Standorte der Politik sind die Ecke Feldstraße/Rudolf-Breitscheid-Straße und das Grundstück an der Steinberghalle. Dort prüft die Stadt bereits die Möglichkeiten zu bauen. Um den Weg zu ebnen, hat der Planungsausschuss außerdem ebenfalls Dienstagabend eine B-Plan-Änderung am Steinberg beschlossen. Sie soll eine zweigeschossige Bebauung neben der Sporthalle ermöglichen. 1,6 Millionen Euro plant die Stadt bis Ende 2016 für die Realisierung der Unterkünfte ein.

Eine Erweiterung der Prioritätenliste von Standorten war seitens der Politik angeregt worden, weil nicht feststeht, ob an Feldstraße und Steinberg tatsächlich gebaut werden kann. Zudem sei nach aktuellen Stand zu erwarten, dass auch die neu zu schaffenden Wohnungen auf längere Sicht nicht ausreichten.

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