Bauprojekt am Kirchstieg : Ist nun die Konkurrenz am Zug?

Zwei Projektplanerbuhlen um das städtische Grundstück am Kirchstieg.
Zwei Projektplanerbuhlen um das städtische Grundstück am Kirchstieg.

Nachdem der ursprüngliche Investor scheinbar aus dem Rennen ist, steht nun ein anderer Wedeler Unternehmer in den Startlöchern.

Avatar_shz von
21. November 2013, 12:00 Uhr

Ist der Bauunternehmer Udo Möller raus oder weiter im Rennen mit seinen Wohnprojekt-Plänen auf dem Stadtgrundstück am Kirchstieg? Diese Frage steht heute im Raum bei der Ratssitzung ab 19 Uhr im Rathaus Wedel.

Wie berichtet wollen sich maßgeblich die Grünen für eine Verlängerung der Frist stark machen, in der Möller den Kaufvertrag zwecks Realisierung seines Wohnungsbau-Vorhabens am Geestrand unterschreiben soll. Problem: Diese Frist ist bereits am 15. November, also am vergangenen Freitag, abgelaufen – ohne Unterschrift von Möller.

Der hatte im Tageblatt-Gespräch Unstimmigkeiten mit der Stadt als Grund dafür genannt, dass der Kauf noch nicht besiegelt werden konnte. Konkret ging es um die Berechnung der zulässigen Wohnfläche und die Zuwegung über die Rudolf-Höckner-Straße, die laut Möller mangels Breite zumindest nicht als Feuerwehrzufahrt geeignet sein soll.

Hier müsse sich die Verwaltung bewegen, fordert Möller im Tageblatt. Die sieht das jedoch anders. „Allen Kauf-Interessenten waren die Rahmenbedingungen bekannt. Wenn wir diese nun im Nachhinein ändern, dann sind das eben nicht die Bedingungen, unter denen Herr Möller den Zuschlag bekommen hat“, sagte Bürgermeister Niels Schmidt auf Anfrage. „Wir können nicht rückwirkend das Vergabeverfahren ändern.“

Die Politik hatte im Frühjahr Möller für sein Projekt „Alter Ochsenmarkt“ mit vier Wohnhäusern inklusive generationenübergreifendes Wohnprojekt und gefördertem Wohnungsbau den Zuschlag gegeben. Vorausgegangen war ein Bieter-Auswahlverfahren, in dem die Angebote einem Bewertungssystem unterzogen wurde. Unter anderem wurden städtebauliche Qualität und der Anteil an Sozialwohnungen als Entscheidungs-Kriterien angelegt. Und laut Schmidt waren gerade die geringeren Baumassen bei Möllers Plänen gegenüber den anderen Bewerbern ein wesentliches Argument für die bevorzugte Auswahl. Wenn nun doch mehr Wohnfläche realisiert werden solle, handle es sich um ein anderes Konzept, begründet Schmidt seine Einschätzung, dass in diesem Punkt nichts geändert werden dürfe.

Fakt ist indes: Es gibt auch einen Zweitplatzierten des Bieter-Wettbewerbs, der laut Ratsbeschluss zum Zuge kommen soll, wenn Möller nicht unterschreibt: der Wedeler Bauunternehmer Joachim Rehder. Der erklärte auf Anfrage: „Ich sehe die Beschlusslage so, dass ich zurzeit theoretisch den Zuschlag habe.“ Und er stehe nach wie vor zu seinen Kaufabsichten, sagte Rehder weiter.

Sein Plan: 40 Wohnungen sollen in drei Viergeschossern und einem zweigeschossigen Gebäude plus Staffel entstehen. Letzteres ist für ein Wohnprojekt reserviert. 14 Wohnungen werden mit öffentlichen Fördermitteln gebaut. Ferner sind Gemeinschafts-Pavillon, Tiefgarage und Anschlüsse für E-Mobile vorgesehen.

Und die Zuwegung? Funktioniert über die Höckner-Straße, sagt Rehder. Die Engstelle, an der sich Möller stößt, weise laut Katasteramts-Auszug und aktuellen Messungen 3,12 Meter Breite auf. Genug für Anliegerverkehr und auch die Feuerwehr, so Rehder. 1,6 Millionen Euro hat er der Stadt für das Grundstück geboten. Wobei er darauf drängt, noch 2013 zu unterschrieben. Denn 2014 erhöht sich die Grunderwertsteuer um 1,5 Prozentpunkte. Und das würde 24 000 Euro Mehrkosten für den Investor bedeuten.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen