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Investor aus Wedel will das Gebäude erhalten : Ist die Ideallösung für Schauburg-Verkauf gefunden?

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

In dem Schauburggebäude ist eine gastronomische Nutzung geplant. Außerdem ist auch ein neues Domizil für die Tafel im Angebots-Paket enthalten.

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2015 | 12:15 Uhr

Wedel | Jahrelang wurden Möglichkeiten des Verkaufs der Schauburg gesucht, wurden Hochglanz-Konzepte von Investoren beraten und verworfen, wurden Forderungen nach einem Verbleib in Stadtbesitz und öffentlicher Nutzung gestellt. Sogar ein Bürgerbegehren mit dem Ziel des Erhalts des Backsteinbaus in der Bahnhofstraße 27 wurde angestrengt. Alles ohne Ergebnisse. Jetzt endlich steht das Kapitel kurz vor dem Abschluss. Ein Wedeler Investor will das Gebäude kaufen, es erhalten und für Gastronomie nutzen. Und er hat ein neues Domizil für die Tafel, die mietgünstig in dem städtischen Gebäude sitzt. Stadt und Politik hatten bisher vergeblich danach gesucht. Es scheint, als sei die Ideallösung gefunden, die viele verschiedene Interessen befriedigt.

Als „Geschenk des Himmels“ bezeichnet Tafel-Vorsitzende Karin Kost das frisch geschnürte Angebotspaket von Salvatore Chiolo. Der Wedeler Geschäftsmann habe sich in den vergangenen Wochen immer wieder spontan für den Verein Zeit genommen und nach diversen persönlichen Gesprächen Lagerräume am Kronskamp als neuen Standort für die Tafel angeboten. „400 Quadratmeter, kostenlos beziehungsweise wenn steuerlich erforderlich zu einem symbolischen Niedrig-Miet-Zins“, so Kost in einer Mittwochnacht verschickten Pressemitteilung. Chiolo sei zudem bereit, sich im Verkaufsfall teilweise an Umbaumaßnahmen am neuen Ort zu beteiligen.

Erleichterung beim Tafelverein

„Die ‚Lösung Kronskamp‘ würde sicher vom einen oder anderen Kunden und Mitarbeiter ein wenig mehr Einsatz fordern, gleichzeitig aber den Fortbestand der Wedeler Tafel auf Jahre sichern“, sagt Kost. Es sei eine Investition in die Zukunft. „Die Tatsache, dass der Sitz des Vereins veräußert werden könnte, verlor dieser Tage ein wenig den Schrecken“, so Kost. Der Tafelverein, der mittlerweile Lebensmittel an mehr als 400 Haushalte abgibt, warte nun auf die Entscheidung der Wedeler Politik in Sachen Verkauf.

Der soll dem Finanzausschuss und dem Rat als Beschlussvorschlag vorgelegt werden, sobald das aktualisierte Angebot steht, sagte gestern Bürgermeister Niels Schmidt auf Tageblatt-Anfrage. Er nannte die Option für die Tafel eine „gute Lösung“. Die Lagerräume am Kronskamp seien bereits von der Bauaufsicht begutachtet worden. Ergebnis: Die geplante Nutzung seitens der Tafel wäre zulässig. Insgesamt sei die nun vorgestellte Verkaufsoption „attraktiv“, so Schmidt. Auch weil sich der Stadt die Möglichkeit biete, sich von einem Gebäude zu trennen, das nicht städtisch genutzt wird. Ein strategisches Ziel, das Wedel im Zuge der Haushaltskonsolidierung aufgestellt hat.

Dass die Pläne nun Gastronomie statt große Verkaufsflächen vorsehen, mit denen frühere Investoren in Form einer Erweiterung der Welau Arcaden punkten wollten, wertet der Verwaltungschef nicht als Nachteil. Nach Expertenmeinung würde die Innenstadt vor allem mehr Aufenthaltsqualität benötigen.

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