Ist der Wolf zurück im Kreis Pinneberg?

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04. Januar 2013, 01:14 Uhr

Borstel-Hohenraden | Der Jubel bei den Naturschützern im vergangenen Juli war groß: Ein Wolfsrüde wurde bei Bad Segeberg nicht nur mehrfach gesichtet, sondern auch fotografiert. Per DNA-Analyse stand kurze Zeit später eindeutig fest: Das Tier stammt von einem Rudel aus der Lausitz ab.

Doch das "Symbol für das wilde Schleswig-Holstein", wie Umweltminister Robert Habeck (Grüne) das Raubtier damals nannte, ist eben genau das: ein Raubtier. Das andere Tiere tötet und frisst, um zu überleben.

Sechs tote Rehe seit Oktober rund um Borstel-Hohenraden machen den Jagdpächtern im Kreis Pinneberg nun Sorge. Auffällig: Eines der Tiere war nicht nur angefressen, sondern diente ganz offenbar als Nahrungsquelle. "Der halbe Hintern war weggefressen, viel zu viel für einen Fuchs", so beschreibt es Günter Heitmann, Hegering-Leiter der 16 Reviere im südöstlichen Kreis Pinneberg und stellvertretender Vorsitzender der Kreisjägerschaft. Nur sehr selten würden Hunde ihre Beute tatsächlich fressen, weiß der Jäger. "Hunde töten und lassen dann von ihrer Beute ab", so Heitmann. Dem hinzugerufenen Wolfsbeauftragten und ehemaligen Forstdirektor Hans-Albrecht Hewicker gelang es jedoch nicht, verwertbare DNA-Spuren an dem Tier zu sichern. "Wir können einen Wolf jedoch nicht ausschließen", so der Experte.

Die Häufung der Fälle bringt die Jäger jetzt auf eine ungewöhnliche Idee: Sie setzen eine Belohnung von 500 Euro für sachdienliche Hinweise aus, die zur Identifizierung der Hunde und ihrer Halter führen. Wer beobachtet hat, wie freilaufende Hunde Wild jagen, möge zudem unverzüglich die Polizei alarmieren. Der Appell der Jäger an Hundebesitzer: Tiere an die Leine. Seite 8

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